Festschrift zum 150-jährigen Gemeindejubiläum

Freie evangelische Gemeinde Bever

Aufzeichnungen bis 1980

von Samuel Feckinghaus

„Ich gedenke der alten Zeit, der vergangenen Jahre“ Psalm 77,6

Diese Aufzeichnungen sind keine chronologisch genauen Angaben aller Geschehnisse der hiesigen Gemeinschaftsbewegung. Nur einige Beiträge sollen der Nachwelt ein kleines Bild von vergangenen Jahrzehnten geistlicher Ereignisse vermitteln. Die Informationen über die älteren Daten und Fakten dieser Aufzeichnung stammen von Rudolf Plenius und Carl Turck aus Halver.

Im Jahre 1864 kaufte ein Mann namens Carl Hilligweg den Hof, der heute der Familie Busch gehört. Dieser Mann kam aus Remlingrade, war Landwirt und Uhrmacher und ein frohes Gotteskind. Ihn bewegte, dass sich die jungen Leute an den Sonntagnachmittagen zu Spiel und Tanz trafen. Dazu gehörten auch die Nachbarn Eicker. Der Älteste von ihnen, August Eicker - ein wenig gehbehindert - spielte Ziehharmonika. Dazu wurde getanzt. Dann lud Hilligweg die jungen Leute zu sich ein, erzählte ihnen vom Jünglingsverein (später CVJM) und machte ihnen den Vorschlag, es mit einem Gesangschor zu versuchen. Darauf gingen die jungen Leute wirklich ein. Sie sangen nun Gottes Lob und Hilligweg las ihnen gute Bücher und auch Bibelabschnitte vor. Es dauerte nicht lange, da kam die Nachricht hiervon auch zur Löhbach und die Mitglieder des dort bestehenden Hauskreises Turck kamen zu Besuch in die Bever, brachten ihre Blasinstrumente mit und es wurde ein frohes Austauschen. Benjamin Scharwächter hielt dann eine Andacht und man trennte sich mit dem Vorhaben, sich ab jetzt jeden Sonntagnachmittag zu treffen, einmal in der Löhbach, einmal in der Bever.

August Eicker und die beiden Brüder Albert und Wilhelm Schmalenbach wünschten auch ein Blasinstrument zu spielen. So entstand noch in den 60-Jahren des vorigen Jahrhunderts ein kleiner Posaunenchor. Versammelt wurde sich hier in der Bever in einem kleinen Buchenwald, genannt „Alter Hof“. Da waren Tische und Bänke aufgestellt. Im Jahre 1864 wirkte in Radevormwald der entschiedene Pastor Tiesmeyer in der lutherischen Kirche. Die Löhbacher gingen, wenn der „Beversonntag“ war, morgens um 8 Uhr los, um dann gemeinsam mit der bever‘schen Jugend zum Gottesdienst nach Radevormwald zu gehen. Auf dem Rückweg blieben dann die Löhbacher gleich in der Bever.

Sicher ist in jenen Jahren auch die Entscheidung für Christus bei einigen Jugendlichen aus der Bever gefallen, denn die Echtheit ihres Glaubens bewies ihre weitere Entwicklung.

August Eicker sen.
August Eicker sen.

Welch ein treuer Nachfolger Jesu ist August Eicker geworden. Sein Sohn August schilderte seinen Vater einmal folgendermaßen: Wenn er die Butterkirne drehte, lag seine aufgeschlagenen Bibel daneben, um sie zu lesen und über das Gelesene nachzudenken.

Ich kann ihn mir noch gut vorstellen, wenn er in der Sonntagmorgen-Erbauungsstunde seinen ernsten und tiefdurchdachten Beitrag zum Text gab. Wie oft wurde er an ein Kranken- und Sterbebett gerufen, um einen Seelsorgedienst zu tun.

Im Jahr 1893 wurde in Halver ein Pastor Bode gewählt. Sein Wirken war von großem Segen. Er fühlte sich in Halver als rechter Gemeinschaftsmann und war mit Lehrer Becker, dem Leiter des Vereinshauses, sehr verbunden.

Einmal wollte Pastor Bode einen Krankenbesuch in Strücken (zwischen Schalksmühle und Halver) machen, wusste aber nicht den genauen Weg. Da traf er einen Kuhhütejungen und fragte ihn nach dem Weg. Der sagte auf Plattdeutsch: „Wachte, ieck maut eäwen de Käu indriewen – dann goh ieck met!“ Nun sagte Pastor Bode: „Wenn du mir den Weg nach Strücken zeigst, dann zeig ich dir den Weg zum Himmel.“ Da bleibt der Junge stehen, er weiß nicht, dass es der Pastor ist, sieht ihn an und sagt: „Du wes noch nümols diän Wiäg no Strücken – wo kannst du dann diän Wiäg taum Hiemmel wietten!“

Schon um 1880 ist in der Bever Sonntagschule abgehalten worden, und zwar im Hause „Auf der Bever“ (heute Köppke), bei den Brüdern Schmalenbach, wohl auch durch diese Brüder. Später wurde sie eingestellt, um dann im Mai 1920 wieder zu beginnen.

Sonntagschulausflug 1924
Sonntagschulausflug 1924 nach der Wilhelmshöhe

Zunächst waren es die Brüder Wilhelm Degenhardt und August Hedfeld, die die Sonntagschule leiteten. Der Letztgenannte war der Bruder von Fritz Hedfeld, der von hier nach Halver verzog und dort lange Jahrzehnte in reichem Segen der dortigen Freien Ev. Gemeinde vorstand. Dann wurde diese Sonntagschularbeit in Kotten bei August Huckenbeck, vormals Ernst Feckinghaus, also in meinem Elternhaus wieder begonnen. Ich entsinne mich noch des über Erwarten guten Besuches. Nur ganz wenige Familien hier in der Nachbarschaft schickten ihre Kinder nicht in die Sonntagschule. An einem Weihnachten, die Sonntagschulweihnachtsfeier fand immer am 2. Weihnachtsfeiertag statt, wurden 45 Kinder beschert. Ansonsten war sonntags um 14.00 Uhr die Sonntagschule.
Im Jahre 1926 brach dann eine Maul- und Klauenseuche auf unserm Gehöft aus. Es wurde eine Sperre verhängt und seitdem ist die Sonntagschule in die Bever verlegt worden. Zeitweise bei August Eicker jun, der auch anstelle von seinem Schwager Wilhelm Degenhardt zusammen mit August Hedfeld die Sonntagschule leitete. Im Jahr 1980 kann die Sonntagschule auf eine 60-jährige ununterbrochene Geschichte zurückblicken: mit den ersten Anfängen besteht die Sonntagschule bereits seit 100 Jahren. Viele der jetzigen Gemeindeglieder sind durch sie hindurchgegangen und einige waren in diesem Arbeitszweig tätig und sind es bis heute. Seit 1950 arbeitete Johannes Torke in diesem Arbeitszweig mit, der die besondere Gabe hatte, biblische Geschichten den Kindern anschaulich zu erzählen.

Seit der Fertigstellung des Anbaus an unser Gemeindehaus haben wir die Sonntagschulstunden parallel mit dem morgendlichen Gottesdienst.

Weihnachtsgeschenke der Sonntagschule Bever
Weihnachtsgeschenke der Sonntagschule Bever aus den Jahren 1897 und 1967

Nach den bisherigen Berichten über die Entstehung und Entwicklung der Gemeinde Bever scheint es so, als ob es keine oder wenig Widerstände gegeben hätte. Gewiss lässt sich das nicht alles in Worte fassen, aber die Macht der Finsternis hat in all diesen Geschehen nicht geschwiegen. Besonders in Evangelisationen sind viele Menschen an der Entscheidung für Christus gehindert worden. In Hohenplanken war früher die Volksschule. Dort wirkte in den 90-ger Jahren des vorigen Jahrhunderts Lehrer Neuser. Er war ein entschiedener gläubiger Mann und hat auch die Kinder in diesem Glauben unterrichtet. Es konnte auch nicht ausbleiben, dass er die Gemeinschaft anderer Christen suchte und die waren ja ganz in der Nähe. So erfuhr die Gemeinschaft in der Bever eine wertvolle Bereicherung durch seine Mitarbeit.

Einmal – so wird berichtet – kam er abends spät zu Fuß von Halver. Im Schmalenbacher Wald lauerte ihm ein Feind des Evangeliums auf. Er wollte ihm einen Denkzettel verabreichen. Jener Mann, der ihm nachstellte, bemerkte aber plötzlich einen Mann, der den Lehrer begleitete und so zog er unverrichteter Sache nach Hause. Lehrer Neuser, den man später nach dem Begleiter fragte, erwiderte, er sei allein gewesen. Gewiss hat der Herr ihm einen unsichtbaren Boten zur Seite gestellt. Bekannt wurde jener feindliche Mann auch dadurch, dass er sein Kind nicht zu einem „Fienen“ Schulmeister schicken würde. Nun, soweit kam es auch nicht; bevor dieses Kind eingeschult wurde, starb es schon.

Durch geistlichen Gesang, vor allem durch Heilslieder und Posaunenspiel wurden in der Nachbarschaft Menschen angesprochen und kamen dann regelmäßig in die Versammlungen und in die Evangelisationen.

Im Jahre 1899 wurde der erste gemischte Chor gegründet, d.h. der nun regelmäßig übte und sonntags im Gottesdienst sang. Ihr Dirigent war Ernst Eicker, Sohn des Gemeinschaftsleiters August Eicker sen.

1910 entstand wieder ein Posaunenchor, aber durch Fortzug und Einsetzen des I. Weltkrieges fehlte die notwendige Besetzung beider Chöre.

Der Posaunenchor
Der Posaunenchor oben von links: Willi Busch, August Eicker jun., Hugo Escher, Willi Schönnenberg, unten rechts: Ernst Schönnenberg

Ernst Eicker fiel als Soldat im ersten Weltkrieg. In seiner letzten Nacht zu Hause vor der Einberufung hörte man ihn im Traum singen: „Mit dem Schatten deiner Flügel sei mein wehrlos Haupt bedeckt.“ Bei seinem letzten Urlaub tat er den Ausspruch: „Wie schön, wenn einen eine Kugel trifft und man ist gleich beim Herrn!“ Und wie er es geahnt hat, traf es ein. Für die Zurückgebliebenen ein Zeichen seiner inneren Bereitschaft und seiner Liebe zu seinem Herrn, dem er mit Freuden gedient hat.

Später ist nach dem ersten Weltkrieg wieder für kurze Zeit ein gemischter Chor entstanden. Der Dirigent Wilhelm Degenhardt hat ihn damals geleitet, während der Posaunenchor von August Eicker jun. dirigiert wurde. Von 1929 - 1930 gab es auch einen Männerchor und ein Männerquartett. Es sangen damals August Eicker jun., Hugo Eicker, Willi Nagel und Wilhelm Schönnenberg.

So vergingen 15 lange Jahre. Der zweite Weltkrieg war ausgebrochen mit all seinen Schrecken. Kaum dass der regelmäßige Gottesdienst durchgeführt werden konnte. An eine Chorarbeit war nicht mehr zu denken. Doch ein halbes Jahr nach Kriegsende wurde die Frage aufgeworfen, ob es vielleicht doch möglich wäre, mit ein paar Sängern wieder anzufangen. Der Gottesdienst war damals gut besucht und es fanden sich auch einige junge Leute, die mitmachen wollten. Im Ganzen waren es Zwölf, die mit August Eicker jun. sangen.

Die ersten Lieder waren: „Jesu meine Freude“ und das alte Sonntagsschullied „Neunundneunzig der Schafe“. Die jungen Leute sangen begeistert mit, obwohl einige von ihnen noch keine Entscheidung für Jesus getroffen hatten. Aber in der nachfolgenden Evangelisation (Februar 1946) mit Prediger Richard Georg wurden sie vom Ruf Jesu getroffen.

Der Gemeindechor
Der Gemeindechor in den ersten Jahren unterwegs zum Singen auf den Höfen

Ich wurde im Januar 1946 – der Chor bestand gerade erst 8 Wochen – bei meiner Heimkehr aus Kriegsgefangenschaft von den Sängern mit dem Lied „Ich bin durch die Welt gegangen“ begrüßt. Es war für mich eine unerwartete, frohe Überraschung. Im Stillen – ohne zu wissen, dass bereits ein Chor bestand – hatte ich mir in der Gefangenschaft vorgenommen, nach glücklicher Heimkehr bei einer Chorgründung mitzusingen. Und so geschah es auch. Langsam wuchs die Sängerschar auf bis zeitweise 30 Sänger an.

August Eicker jun. hat ihn fünf Jahre bis Ende 1950 dirigiert und seit der Zeit hat Ernst August Eicker, sein Sohn – damals erst 16-jährig – den Chor geleitet.

Wenn wir auf diese lange Zeit zurückblicken, erscheint es uns allen wie ein Wunder, dass uns der treue Herr so viele Möglichkeiten gab, sein Wort durchs Lied weiter zu tragen. Dieser Gemeindechor wurde oft zu Evangelisationen und besonderen Anlässen in andere Gemeinden eingeladen.

Im Mai 1965 wurde unser Chor zusammen mit dem Grafweger Gemeindechor eingeladen, bei einer Zeltevangelisation in Radevormwald die Abende gemeinsam zu gestalten. Nach dieser Evangelisation kam der Gedanke, weiterhin bei größeren Veranstaltungen gemeinsam zu singen.

Dies geschah, als im Februar 1966 der schweizer Radiomissionar Robert Bührer bei uns eine Evangelisationswoche hielt. Er war Leiter des französischen Evangeliumsrundfunks in Straßburg. Durch das Mitwirken dieses Chores angeregt, lud Robert Bührer die Sänger zu einem Konzert-Wochenende ins Elsass ein. Durch diese Einsätze wuchs der Chor zusammen und wurde nun häufiger eingeladen.

Einer unserer ehemaligen Sänger, Gerhard Froese, war 10 Jahre in Norden/Ostfriesland als Prediger tätig. Er lud diesen Chor, der sich nun „Wir singen für Jesus–Chor“ nannte, zu einem Konzert-Wochenende in Ostfriesland ein. In den folgenden Jahren unternahm der Chor dann regelmäßig je eine Konzertreise nach Frankreich und nach Ostfriesland.

Anfänglich mussten die Kosten für die Busfahrten von den Sängern und Sängerinnen selbst getragen werden. Nach einigen Jahren wurde es einem gläubigen Fabrikanten ans Herz gelegt, diese Fahrten zu finanzieren.

Mit der Zeit häuften sich die Einladungen. Jährlich hatte der Chor nun ca. 25 Einsätze in vielen Städten und Dörfern, in kleinen und großen Kirchen, Gemeindehäusern, Bürgerhäusern, Zelten, in Krankenhäusern, Strafvollzuganstalten und Schulen. Wir können nur in aller Demut unseren großen Herrn preisen, der uns selbst durch diese Dienste unendlich gesegnet hat. Insgesamt war der Chor bis heute (1980) siebenmal in Frankreich und einige Male in der Schweiz und fast jedes Jahr in Ostfriesland.

Bei einer Evangelisation Jahr 1958 in der Bever mit Hermann Schmidt aus Siegen, sangen Ernst August Eicker und seine Frau Elsa Evangeliumslieder als Duett. Ihre Lieder fanden sehr guten Anklang, so dass sie auch öfter in anderen Gemeinden eingeladen wurden. Der Verlag Hermann Schulte in Wetzlar „Frohe Botschaft im Lied“ wurde auf sie aufmerksam und lud sie zu Schallplattenaufnahmen ein.

Während der Fahrt zur ersten Aufnahme wurde es den beiden ein dringendes Gebetsanliegen, den Herrn zu bitten, durch diese erste Schallplatte eine Seele zum Glauben zu führen. Und wirklich – nach kurzer Zeit meldete sich eine Frau aus Calais und bezeugte, dass sie durch diese Lieder zum Glauben gefunden habe.

Ernst August und Elsa Eicker
Ernst August und Elsa Eicker Ankündigung der ersten Schallplatte im Verlag Hermann Schulte Wetzlar

Nachdem einige Schallplatten in den nun folgenden Jahren im Duett von Ernst August und Elsa Eicker besungen waren, wurde der Verlang „Frohe Botschaft im Lied“ Hermann Schulte in Wetzlar auf den ganzen Chor aufmerksam. Im Jahre 1967 besang der Chor seine erste Schallplatte. Die Aufnahme erfolgte in unserem Gemeindesaal. Zu diesen Liedern kamen noch einige von dem in den 50-ger Jahren außerdem entstandenen Gitarrenchor gespielten und gesungenen Lieder.

Im Laufe der Jahre entstand eine Reihe von Schallplatten, darunter auch 4 Langspielplatten; eine neue wird gerade vorbereitet. Insgesamt wurden bisher über einhundert Lieder auf Schallplatten gesungen. Musikalisch wurde der Chor einige Jahre von den Gebrüdern Gerlach mit ihrem Vater als kleines Streichorchester mit begleitet.

Der "Wir singen für Jesus" - Chor
Der "Wir singen für Jesus" - Chor mit der Streichergruppe Gerlach

Während der verschiedenen Liederabenden, Gottesdiensten und Evangelisationen, die der Chor mitgestaltete, wurden die Schallplatten zum Kauf angeboten. Der Erlös aus den an diesen Abenden und Gottesdiensten abgehaltenen Kollekten wurde dem Evangeliumsrundfunk zur Verfügung gestellt, überwiegend den Evangeliumssendungen in Straßburg. Bislang wurden schätzungsweise 20.000 Schallplatten verkauft.

Der Evangeliumsrundfunk Monte Carlo sendet häufig Lieder des Chores in seinen Sendungen. Außerdem stellt der Chor die Tonbandaufnahmen der Schallplatten dem Missionswerk Heukelbach, Wiedenest zur Verfügung. Dieses geschieht kostenlos und die Aufnahmen werden sehr häufig in den Sendungen von Radio Luxemburg ausgestrahlt. Der Chor „Wir singen für Jesus“ ist dadurch weithin bekannt geworden.

Niemand konnte das damals ahnen, als die Arbeit mit nur wenigen Sängern und Sängerinnen begann. Wenn Missionar Heinrich Pfannemüller, der 40 Jahre in China seinen Dienst getan hatte, uns monatlich einen Gottesdienst hielt, fragt er schon mal: „Kanns Chörle singen?“ Meistens konnte der Chor dann singen und singt bis heute noch. Selbst dann, wenn von weiten Chorfahrten am Samstagabend spät zurückgekehrt wurde, gibt es kaum einen Sonntagmorgen, an dem er nicht singen kann.

Nachdem sich der bis 1967 bestehende Gitarrenchor aufgelöst hatte, erlernten Ende der 60-ger Jahre einige junge Leute das Gitarrenspielen. Hieraus entwickelte sich dann zusammen mit einigen musikalisch-interessierten Jugendlichen aus Hückeswagen die Band „Sense of Life“. Durch intensives Üben machte die Gruppe gute Fortschritte und wurde häufig zu Einsätzen an offenen Jugendabenden eingeladen. Neben den modernen Melodien zu neuen christlichen Jugendliedern wurde die Botschaft Jesu durch Zeugnisse der beteiligten Bandmitglieder gesagt.

Im Übrigen spielten einige Bandmitglieder zusätzlich als Musikbegleitung im Chor „Wir singen für Jesus“. Durch Studienaufnahme der Hälfte der Bandbesetzung musste diese dann aufgelöst werden. Nebenbei entwickelte sich aus den Anfängen der jugendlichen Gitarrenspieler ein Kinderchor, der zur Begleitung der Gitarren seine Lieder sang. Im Laufe der Zeit wuchs dieser Kinderchor auf etwa 70 Kinder an; zum großen Teil singen Kinder im Chor, die nicht aus christlichen Elternhäusern kommen. Neben einigen Einsätzen im Jahr singt der Kinderchor hauptsächlich in der Adventszeit in Kirchen und Gemeinden. Der Kinderchor wird mit viel Liebe und Geduld von Elsa Eicker geleitet.

Doch nun zur Entwicklung der Gemeinde.

Es war sicherlich gut, dass dieser Kreis hier in der Bever sich auf ganz natürliche Weise von Löhbach und Halver löste und sich auf eigene Füße stellen konnte. Waren die Geschwister in den ersten Jahren nach Reeswinkel (der späteren Schalksmühler Freien Ev. Gemeinde) zur Abendmahlfeier gegangen, so muss doch schon frühzeitig hier die Feier des Herrenmahles unter den Gläubigen gefeiert worden sein.

Mit dieser Einführung des Herrenmahles für Gläubige hat eigentlich dieser Kreis hier die Grundsätze der Freien Ev. Gemeinde angenommen, ohne sich vorläufig dem Bund Freier Ev. Gemeinden anzuschließen. Erst Ende der zwanziger Jahre dachte man darüber nach, eine eigene Gemeinde zu gründen. Ferner tauchte die Frage auf, einen Saal zu bauen und sich ggf. dem Bund Freier Ev. Gemeinden anzuschließen.

Im Oktober 1929 ging unser Bruder August Eicker sen. heim zu seines Herrn Freude. Dann übernahm Bruder August Heedfeld, bislang als Sonntagschulleiter tätig, diesen Dienst als Gemeinschafsleiter. Es bedeutete für die Gemeinschaft einen recht herben Verlust, dass Bruder Heedfeld schon im Jahr 1931 nach Halver verzog, wo er sich ein Haus gebaut hatte. Was nun? –

So lag dann die ganze Verantwortung auf Bruder August Eicker jun. Er fühlte sich gar nicht dazu berufen, er hätte lieber seine ganze Kraft dem Posaunenschor gewidmet. Aber er weigerte sich nicht, obwohl er innerlich sehr bangte. Es war 1931. Ein Bruder Gebhardt aus Barmen musste seinen zugesagten Dienst absagen, deshalb hielt dann August Eicker jun. seine erste Bibelstunde. Er begann: „Wenn wir heute mit dem Bruder Gebhardt gerechnet haben, dann werden wir alle sehr enttäuscht sein; wenn wir aber mit dem Herrn Jesus rechnen, dann werden wir auch heute trotz Schwachheit gesegnet sein“. So wurde aus dieser ersten Bibelstunde eine Segensstunde, der noch viele folgten.

Die Allianz-Mission (früher China-Inland-Mission) feierte vor einiger Zeit ihr 90-jähriges Bestehen. Es bestanden zu dem Gründer dieser Mission, Bruder Carl Pollnick gute Beziehungen; er hielt hier öfters Bibelstunden. Bruder August Eicker sen. übergab ihm einmal bei einem Besuch in Barmen ein Geldstück für die Reichsgottessache. Bruder Pollnick sah diese kleine Gabe als Bestätigung vom Herrn, die Missionsarbeit in China zu beginnen. Er hatte zuvor schon durch den schwedischen Erweckungsprediger Fransson den Ruf verspürt, den deutschen Zweig zur damals schon bestehenden und durch Hudson Taylor ins Leben gerufenen China-Inlandsmission zu gründen.

Aus der langjährigen Verbundenheit mit dieser Mission haben uns dann im Laufe der langen Jahre viele Chinamissionare gedient. Ab 1945 haben wir monatlich einen Missionssonntag eingerichtet, an dem uns meistens einer der Geschwister der heutigen Allianz Mission besuchte.

In welchen Räumen fanden vor der Errichtung des Gemeindehauses die Veranstaltungen der Gemeinschaft statt? Nach den alten Aufzeichnungen hat wohl der Landwirt Hilligweg (heute Fam. Busch) die jungen Leute zunächst in seinen Wohnräumen aufgenommen. Bei schönem Wetter – so wird berichtet – wurden im nahen Wald Bänke und Tische aufgestellt, um zu musizieren und Gottes Wort zu hören. Danch hat man sich im Hause August Eicker zur Versammlung getroffen; später fanden im Hause Ernst Osenberg (heute Fam. Kattwinkel) Gottesdienste statt. So waren alle drei Bauernhäuser in der Bever eine gewisse Zeit Versammlungshäuser.

Die drei "Versammlungshäuser" in der Bever
Die drei "Versammlungshäuser" in der Bever

Hier in der Bever wurden lange Zeit diese Stubenversammlungen beibehalten. Oft reichte ein einzelner Raum nicht aus, so dass das nebenliegende Zimmer mitbenutzt wurde.

Jahresfeste wurden des Öfteren im Saal der Gastwirtschaft Schulte, Ennepe abgehalten. Der Saal fasste etwa 200 Personen. Zu den Festen wurden auch auswärtige Chöre eingeladen. Der Chor von Dahlerau oder auch der Gitarrenchor vom Ehrenberg bei Wuppertal-Beyenburg waren öfter zu Gast. Die Lieder fanden immer gute Abnahme.

Einmal – so kann ich mich entsinnen – war solch ein Jahresfest in dem Gasthaus Goes in Schwenke. Eine Silvesterfeier wurde einmal in der Gaststätte Eicker, Eickerschmitte gefeiert.

Die Gebetsstunden wurden – soweit ich noch weiß – nicht das ganze Jahr über regelmäßig gehalten, außer im Winter. Die Allianzgebetswoche Anfang Januar fand jedes Jahr statt. Und zwar in den Orten Bever, Stöcken, Eicken, Kotten und Vorst.

Unsere Versammlungen haben bis 1947 in Bauernstuben stattgefunden. Dann mietete einer unserer Brüder, Hermann Berg, der als Jude einige Jahre unter den Verfolgungen des Dritten Reiches viel erlitten hatte, mehrere Räume einer ehemaligen Arbeitsdienstbaracke, die heute (1980) noch zu Wohnzwecken in Schwenke steht (Anfang der jetzigen Beverstraße).

Nun waren die gemieteten Räume zwar auch nicht groß, aber es waren neutrale Räume und der Besuch war für die damalige Zeit recht gut.

…unser neues Domizil
…unser neues Domizil

1949 war das Grafweger Gemeindehaus gebaut worden. Vor Weihnachten waren wir mit mehreren Brüdern dort zur Einweihung. Auf dem Wege dorthin - natürlich zu Fuß - sprachen wir auch über die Möglichkeit, bei uns ein Gemeindehaus zu bauen. Bruder Hermann Berg plante einen Neubau für sich und er war auch bereit, einen größeren Raum darin für Versammlungszwecke auszubauen. Das wäre das Einfachste und Billigste gewesen. Bruder August Eicker hatte den Gedanken, über seiner Schmiede einen Raum auszubauen. Auch das war eine Lösung. Aber - und das war zu bedenken - in beiden Fällen war und blieb der Raum in privaten Händen.

Ein anderer Vorschlag betraf die Landwirte. Wenn jeder eine Kuh zum Neubau stiften würde, wäre schon ein großer Teil zumindest der Materialkosten gedeckt gewesen. Jedenfalls kamen wir durch den Gemeindehausbau auf dem Grafweg sehr ins Fragen, ob das nicht auch für uns irgendwie möglich wäre.

Für Februar 1950, also einige Monate später, hatten wir eine Evangelisation mit Erich Irle geplant und dafür den Saal der Gastwirtschaft Schulte, Ennepe gemietet. Diese Evangelisation mit überaus gutem Besuch wurde eine gesegnete Woche.

In der anschließenden Lob- und Dankversammlung beschlossen wir den Bau eines eigenen Gemeindehauses nach dem Vorbild der Grafweger Gemeinde. Es gab schon einige Materialspendenzusagen für den Bau.

Bruder Fritz Osenberg versprach, das Holz eines zwei Morgen großen Buchenhochwaldes zu schlagen und den Erlös für den Bau zu stiften. Da war mit einem Mal der Weg sichtbar. Eine schwierigere Frage war: wohin mit dem Gemeindehaus? Einige meinten, in Schwenke sollte gebaut werden und es wurde uns dort auch ein kostenloser Bauplatz angeboten. Das lag nahe, weil wir uns von dort auch mehr Besucher erhofften.

Aber als es dann nach mehreren Tagen zur Abstimmung über das Wohin kam, waren doch die meisten für die Bever. Nun, Osenbergs stellten einen Bauplatz zur Verfügung. Aber die Kreisbaubehörde gab für den Platz keine Genehmigung, und wies die Stelle an, wo es jetzt steht. Auf diesem Platz war Bruder Fritz Osenberg gegen Ende des Krieges, im April 1945 lebensgefährlich durch die Explosion eines Sprengkörpers verletzt worden. Seine kleine Tochter Lisa wurde dabei tödlich getroffen und Ernst August Eicker wurde durch viele Splitter verwundet. Fritz Osenberg selbst rechnete mit seinem Sterben und bat, dass die Eickers Mädchen, damit waren Ruth, Erna und Edith gemeint, ihm noch ein Abschiedslied singen möchten. Aber Gott hat ihn wieder genesen lassen und so hat er sich dann fünf Jahre später für den Gemeindebau sehr eingesetzt.

Die erste Barspende kam von einer armen Witwe – es war ein Zweimarkschein. Ihr Name war Hanne Lippken geb. Wefers aus Wuppertal.

Wir fragten uns, was nun wohl bei einer gemeinsamen Sammlung für den Neubau zusammenkommen würde. In unserem damaligen Gemeindebericht stand der Satz "Unser Kleinglaube war groß." Nun am 1. Sonntag im April 1950 wurde gesammelt und das Ergebnis: die Morgensammlung erbrachte fast 1.400,- DM und die Nachmittagssammlung über 1.500 DM. Gesamtergebnis: 2.929,- DM. Das war mehr als wir erwartet hatten. Wenn dann der Holzertrag und die anderen erheblichen Materialspenden dazu kamen, war die Finanzierung bereits zum allergrößten Teil gesichert.Viel Arbeit hat das Schlagen des gespendeten Hochwaldes gemacht. Es reichten die geplanten Samstage bei weitem nicht aus. Und so haben die Brüder, die sich auch an anderen Tagen freimachen konnten, immer wieder Bäume gefällt und endlich am Gründonnerstag fiel der letzte Baum. Außerdem erhielten wir noch von Walter Escher, Stöcken 30 qm Nutzbuchenholz, sowie das Holz für die Trägerbalken.

  • Richtfest unseres Gemeindehauses 1950
  • Das fertige Gemeindehaus

Bei dieser Einweihungsfeier wurden uns viele Grußworte zugerufen. Von der Bundesleitung hat Bruder Mosner ein Grußwort vermittelt. Am Nachmittag haben der Hahnenberger Männerchor, der gemischte Chor der Freien Ev. Gemeinde Halver und der gemischte Chor des Vereinshauses gesungen. Der Saal war mit 250 Personen übervoll und das Programm war so umfangreich, dass wir kürzen mussten. Am Ende sagte der Dirigent des Chores der FeG Halver, Willi Bremicker, er wundere sich über die Bescheidenheit dieser Gemeinde, die wegen der vielen Programmpunkte das Lied ihres eigenen Chores weggelassen hätte. Wir Sänger hatten uns schon wochenlang mit Psalm 100 für diese Einweihungsfeier vorbereitet.

Wir waren sehr dankbar für ein eigenes Gemeindehaus. Leider hatten wir damals die Option einer späteren Hausmeisterwohnung über dem Gemeindesaal nicht vorgesehen. Schon bald merkten wir, dass dies nötig war. Eines Tages waren die schönen gespendeten Vorhänge vor den Fenstern verschwunden, eine Fensterscheibe herausgenommen und beim Nachzählen der Stühle fehlten fünf. Während eines Gottesdienstes verschwanden Kleidungsstücke aus dem Flur, hin und wieder wurde auch vergessen, die Heizung anzustellen (damals noch Kokswarmluftheizung). In den folgenden Jahren stagnierten die Mitgliederzahlen oder gingen sogar leicht zurück. Einige Evangelisationen waren ohne jegliche sichtbare Ergebnisse. In dieser Zeit ist uns der Dienst recht schwer gefallen und es hat uns auch immer wieder die Frage nach den Ursachen dieses Rückganges bewegt.

Ebenso bewegte uns während dieser Zeit die Frage, ob wir uns dem Bund Freier Evangelischer Gemeinden anschließen sollten. Wir wurden uns einig, dort einzutreten und anlässlich der Bundeskonferenz 1951 in Lüdenscheid aufgenommen. Im Grußwort sagte Bruder August Eicker: "Wir waren eigentlich schon immer Freie Evangelische Gemeinde."
Wir waren dann froh, diesen Schritt getan zu haben, auch um bezüglich der biblischen Glaubenstaufe Gewissens- und Erkenntnisfreiheit zu gewährleisten.

In den nachfolgenden Jahren, haben sich dann auch die Mehrzahl der jungen Leute, die gläubig waren, taufen lassen. Seitdem die Freie Ev. Gemeinde Halver ein Taufbecken besaß, gingen wir zur Taufe nach Halver. Weiter ist mit dem Anschluss an den Bund Freier Ev. Gemeinden auch eine gewisse Abgrenzung gegen extreme pfingstlerische Strömungen, die uns wirklich Nöte gemacht hatten, erfolgt.
1957 merkten wir, dass infolge des Grundwassers die Fußbodenbalken angefault waren. Schuld daran war der quellenreiche Untergrund, auf dem unser Gemeindehaus steht. Durch Erneuerung und Isolierung des Untergrundes konnten wir einen Stillstand erreichen. Zur gleichen Zeit wurde die Kokswarmluftheizung in eine Ölheizung umgebaut und der Ausbau einer Hausmeisterwohnung in Angriff genommen. Letzteres hat einige Jahre gedauert. Aus der unteren Küche wurde ein Treppenhaus und oben, wo sonst ein großer Bodenraum war, entstanden Flur und Bad, sowie drei hintereinander liegende Zimmer.

Im Herbst 1960 konnte dann die Familie Horst und Lieselotte Busch mit ihrem Kind Gisela Einzug halten. Sie haben dort bis 1971 gewohnt und treu ihren Dienst als Hausverwalter getan.

Im gleichen Jahr begannen wir, einen Anbau zu errichten. Es sollten Jugendräume entstehen, die uns bis dahin sehr fehlten.
Karl-Heinz Busch sen. spendete den Bauplatz, weil das Gemeindehaus unmittelbar an seinem Gelände lag. Er war auch bereit, uns die Fläche für einen Parkplatz günstig zu verkaufen.

Die Baupläne, die eine dicke Akte ausmachte, wurde von dem Architekten Helmut Osenberg, Radevormwald fertig gestellt und eingereicht. Die Bauaufsicht übernahm freundlicherweise der Bauingeieur Edgar Gerlach aus Lüdenscheid. Beide haben den Dienst hier beim Bau vollkommen ohne Entgelt ausgeführt. Dafür sind wir ihnen viel Dank schuldig.

Wir bekamen von allen angeschriebenen Behörden erhebliche Zuschüsse, insgesamt waren es ca. 60.000,- DM; trotzdem mussten wir noch ein Darlehn von rund 40.000,- DM aufnehmen.

Der Baugrund war leider aufgeweichter Ton, was uns vor erhebliche Probleme stellte. Wir legten eine Reihe Dränagestränge, füllten die Zwischenräume mit Schotter auf und darauf wurde eine 30 cm dicke bewehrte Bodenplatte gegossen. Dies diente als Fundament. Die Bauzeit betrug etwa eindreiviertel Jahr.
Am Himmelsfahrtstag 1973 feierten wir die Einweihung. Von der Bundesleitung war Karl-Heinz Knöppel anwesend, der auch die Festansprache hielt. Grußworte sagten der Stadtkämmerer Robert Bergmann von der Stadtverwaltung Halver und der Kreisjugendpfleger Gerber.

Als neue Hauseltern waren inzwischen Klaus und Edith Steudten eingezogen.

In der Folgezeit waren dann noch weitere Maßnahmen erforderlich. In erster Linie wurde die Umlage um den Saal und den Anbau verbessert. Planierung der Wiese und Befestigung zum Schutz gegen Abschwemmen, Wasserableitung an der Ostseite, Parkplatzplanierung und Befestigung mit Verbundpflaster, Anpflanzung von Ziersträuchern, sowie Einzäunung des Parkplatzes, Anlegung einer Abwässerkläranlage waren die wichtigsten Arbeiten. Zu all den erforderlichen Ausgaben kamen die übernommen Verpflichtungen für Bundeswerke und Mission. Daneben zahlen wir einen Beitrag zum Gehalt des Pastors der FeG Halver, der unsere Gemeinde mitbetreut . Dafür reichten die üblichen Kollekten nicht aus. In einer Brüdersitzung wurde 1973 beschlossen, nach dem Vorbild anderer Gemeinden, einen Gemeindebeitrag einzuführen. 20,- DM pro Mitglied wurde als Richtsatz vorgeschlagen, wobei gesagt wurde, dass von Mitgliedern, die noch Schüler oder Lehrlinge waren, sicher auch ein kleinerer Beitrag reichte.Als ein gutes Ergebnis konnten wir nach einem Jahr feststellen, dass die sonntäglichen Kollekten dadurch nicht geringer als vorher ausfielen. Gott lässt sich nichts schenken, sondern segnet den doppelt, der gerne gibt. Wie glaubensstärkend wurde uns diese Erfahrung.

Dankbar dürfen wir auch an die Pastoren zurückdenken, die uns mit dem Wort dienten. Willi Langemann wurde 1935 für Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Drögenpütt als Prediger berufen. In jeder dieser Gemeinden diente er reihum eine Woche.
Dann kam der 2. Weltkrieg, Willi Langemann wurde Soldat und war acht Jahre lang fort. Als er dann im Frühjahr 1948 zurückkehrte, hatte sich die Gemeinde in Halver verdoppelt und mit ihren 200 Mitgliedern war sie in der Lage und bereit, ihn als Prediger einzustellen. Bei seiner Einführung in Halver waren wir eingeladen und hatten mit ihm ein Gespräch wegen eines regelmäßigen Dienstes in der Bever. So einigten wir uns auf einen Gottesdienst am Sonntagnachmittag und eine Gebetstunde monatlich. Außerdem diente er sehr oft der Jugend. Er versah 16 Jahre treu diese Dienste. Wir haben durch ihn viel Segen aber auch gute biblische Erkenntnisse in reichem Maße empfangen. 1964 übernahm er eine Predigerstelle in Haan bei Düsseldorf, später verzog er nach Frankenbach an der Eder.

Als Nachfolger für Willi Langemann wurde Gustav Irle aus der Siegener Gemeinde gewählt. Er kam aus dem Berufsleben und hatte 2 Jahre lang die Wiedenester Bibelschule besucht. 1945 wurde er von seiner Heimatgemeinde Geisweid als Prediger berufen. Nach 10-jährigem Dienst ging er nach Siegen und kam 1964 nach Halver. Gustav Irle hat uns mit gleicher Kraft und Hingabe gedient wie Willi Langemann. Durch seine liebevolle und freundliche Art fand er schnell Kontakt zu allen Gottesdienstbesuchern.

Seit 1965 war Gustav Irle auch Kreisvorsteher. Trotz seiner vielen Verpflichtungen als Kreisvorsteher und als Prediger in Halver, fand er genug Zeit, Samstag für Samstag Jugendstunden bei uns zu halten und wurde so für viele Jugendliche zum bleibenden Segen.

Im Jahre 1976 ging er vorzeitig in den tätigen Ruhestand nach Geisweid zurück. Zwischendurch diente er uns noch in den Gottesdiensten und auch ab und zu in den Jugendstunden. Sein Nachfolger war Jörg Enners. Er war allerdings nur für kurze Zeit in Halver, um dann dem Ruf nach Siegen als Zweitprediger zu folgen. In seiner Zeit in Halver versah er, wie seine Vorgänger auch, seine Dienste hier in der Gemeinde.

Fast gleichzeitig mit Prediger Jörg Enners wurde Schwester Dora Fuhrmann aus Gummersbach als Gemeindeschwester eingeführt. Im Blick auf ihren Dienst sind wir sehr dankbar, dass sie oft an Krankenbetten gute Seelsorgerdienste tut.

Seit September 1978 wurde in Halver wieder ein junger Pastor, Gerhard Sümper, eingeführt und betreute auch unsere Gemeinde.

Wie viele Brüder predigten außerdem in all den Jahren in unserer Gemeinde. Besonders zu erwähnen ist Karl Ronkel aus Halver, der uns lange Jahre am 1. Sonntag im Monat diente. An diesem Morgen hielten wir immer die Feier des Abendmahles und so ist es bis heute geblieben. Bis 1969 war auch am Nachmittag Bibelstunde. Karl Ronkel predigte dann immer vor- und nachmittags.

Hier in der Bever wurde viel evangelisiert. Ich erinnere mich an eine gesegnete Evangelisation mit Gustav Schmalenbach. Es war im Februar 1927. Damals war es vor allem das Haus Wiebusch, das einen großen Segen empfing. Besonders war es Otto, der Jüngste, der dabei eine klare Entscheidung für Jesus traf. Vorbereitet wurde das bei ihm durch eine Theateraufführung bei einer Silvesterfeier des Tus Ennepe 1926. Er wirkte selber mit und trug den Satz vor: "Und die Hand des Herrn lag schwer auf ihm." Dann kam ein Anruf: „Komm nach Hause, dein Vater hat einen Schlaganfall erlitten.“ Gott kann solche Dinge gebrauchen, um einen Menschen reif für seinen Ruf zu machen.

Nach dem 2. Weltkrieg hatten wir jedes Jahr eine Evangelisation. Danach gingen die Besucherzahlen bei solchen Veranstaltungen, vielleicht wegen des zunehmenden Wohlstandes der Menschen zurück. Erst 1958 hatten wir wieder eine gesegnete Evangelisation mit Hermann Schmidt aus Sohlbach. Es war seine erste Evangelisation und es kamen damals eine Reihe junger Leute zum Glauben, die heute noch als Mitglieder unserer Gemeinde treu dabeigeblieben sind. Jahrelang hatten wir mit Hermann Schmidt noch gute Kontakte und erlebten gemeinsam viel Segen.
In den 60-ger Jahren gab es mehrere Großevangelisationen in unserer Region, so dass wir nur noch selten eigene Evangelisationen im Gemeindesaal hatten. Veranstalter dieser Großveranstaltungen waren in erster Linie Anton Schulte und die Janz-Brüder. Letztere hielten im September 1965 in Remscheid-Lüttringhausen auf der Freilichtbühne eine Evangelisation ab. Es gehörte sehr viel Glaubensmut dazu, in dieser Jahreszeit eine Evangelisation im Freien durchzuführen. Trotz der kalten, feuchten Witterung kamen Abend für Abend rund 2.000 Zuhörer. Einige Male musste die Veranstaltung wegen einsetzenden Regens in die nahe liegende Kirche verlegt werden. In dieser Evangelisation fanden viele Menschen Frieden mit Gott und begannen ein neues Leben.

Nach dem 2. Weltkrieg kam ein junger Bruder, Gerhard Froese, als Flüchtling in die Bever und arbeitet gleich aktiv mit in der Jugend- und Sonntagschularbeit. Er heiratete die zweite Tochter von August Eicker, Erna Eicker. Im Laufe der Jahre wurde er innerlich von der Frage bewegt, in den vollzeitlichen Dienst für Gott zu gehen.

Im Januar 1955 begann er dann sein Bibelschulstudium und im Spätsommer 1957 trat er seine erste Predigerstelle im Kreis Biedenkopf an. Er wohnte in Breidenbach und hatte im Ganzen neun Gemeinden zu betreuen. Für einen Anfänger war das eine sehr große Arbeitslast, aber der Herr gab ihm viel Kraft und stellte ihm viele treue Geschwister zur Seite. Nach vierjährigem Dienst wurde er nach Bonn berufen und blieb auch dort vier Jahre. Danach hat er zehn Jahre lang in Norden/Ostfriesland einen guten Dienst getan. Dann war er in der Gemeinde in Essen-Kray tätig und war gleichzeitig Kreisvorsteher.

Als Missionare sind die drei Gemeindemitglieder Marlies, Walter und Krista Feckinghaus in Brasilien tätig. Krista Feckinghaus, geb. Wallrichs stammt aus Ostfriesland. Marlies ging im Herbst 1963 zur Ausbildung ans Theologische Seminar nach Ewersbach, nachdem sie deutlich den Ruf des Herrn gehört hatte.

Nach ihrem Abschluss in Ewersbach hat sie noch einige Jahre als Kindermissionarin gearbeitet. Am 14. Jan. 1968 wurde sie in Halver für den Missionsdienst eingesegnet und am 24. Jan. 1968 legte ihr Schiff, die "Pasteur", in Hamburg ab.

Ihr jüngerer Bruder Walter hatte schon als Kind den Wunsch gehabt, Missionar zu werden. Schon in jungen Jahren half er in der Sonntagschule und in der Jungschar. Diese Arbeit war in den fünfziger Jahren von Gerhard Froese angefangen worden und wurde dann von anderen jungen Brüdern fortgesetzt. Es waren Siegfried Brandt, Rudi Willmann, und Karl-Ernst Schönnenberg. Nach einer Unterbrechung führte Karl-Ernst Behling ab Juni 1965 die Jungschararbeit fort. Auch in der Jugendarbeit unserer Gemeinde war er tätig.

Walter Feckinghaus ging im Oktober 1971 zum Theologischen Seminar nach Ewersbach. Von 1972 bis 1974 war er in der Ausbildung in der Bibelschule in Wiedennest. Diese Zeit wurde für ihn zum großen Segen. Der Herr gab ihm viel Gnade zum Lernen und zum Dienst am Wort. Seine Gattin Krista war auch Wiedenester Schülerin. Nach Abschluss der Bibelschule ging er als Hilfsprediger zur Freien Evangelischen Gemeinde in Siegen.

Nach der Hochzeit von Walter und Krista im August 1975 wurden sie im folgenden Jahr im Januar in Halver zum Missionsdienst eingesegnet. Ende Februar 1976 verabschiedeten wir sie dann in Rotterdam. Sie fuhren mit dem Schiff ALGOL. Zum Abschied standen sie an Deck und sangen, von Walters Gitarre begleitet:

Jugend für Christus, was braucht die Zeit?
Herzen die jung und dem Heiland geweiht,
Herzen, die brennen in dunkler Nacht,
Jugend die betet und wacht.

Leise trug der Wind die Klänge an den Landesteg, wo wir standen und winkten. Ein wenig wehmütig und doch getrost im Blick auf unseren treuen Herrn, der immer wieder Kraft zum Abschiednehmen gab.
Zu berichten wäre auch noch von einer weiteren Sonntagschularbeit in Anschlag. Der Bahnhofsgastwirt stellte für ein Entgelt von fünf DM pro Sonntag einen kleinen Nebenraum im Bahnhof zur Verfügung. Dort wurde dann etwa sechs oder sieben Jahre lang an jedem Sonntag Sonntagschule gehalten. Es waren Siegfried Brandt und Edith Reinke, jetzt Frau Steudten, die die Arbeit durchführten. Sie holten alle Kinder zu Hause ab und brachten sie auch wieder zurück.

Wie entstand die Zusammenarbeit mit der Allianz in Halver? Die Grundlage, und zunächst einziger Kontakt war die Allianzgebetswoche. Hier in der Bever wurde sie schon lange durchgeführt. Wann diese Gebetswoche hier eingeführt wurde kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber schätzungsweise um 1890 begann man hier damit. Die Gebetswoche wurde immer in verschiedenen Bauernhäusern reihum abgehalten, aber nie mit den halveraner Kreisen gemeinsam; gewiss nicht aus grundsätzlichen Gegensätzen, sondern einfach wegen des weiten Weges. Das ist lange Zeit so geblieben, weil wir uns dadurch eine größere Beteiligung versprachen. Viele Jahrzehnte lang kam auch ein Bruder aus dem Missionshaus Neukirchen an einem Abend der Gebetswoche zu uns in die Bever.

Ab 1945 gestalteten dann unsere Gemeinde, die FeG Halver und der CVJM Halver gemeinsame Allianzstunden an jedem 5. Sonntag im Monat. In den ersten Jahren waren die Versammlungen oft von 200 bis 300 Personen besucht.

So haben wir durch diese gute Allianzarbeit manchen geistlichen Segen empfangen. Wir sind dankbar für das gute gegenseitige Verstehen und Tragen. Besondere Kontakte bestanden zu Pfarrer Dr. Bergmann, dem gesegneten Zeltevangelisten, sowie zu Pastor Paul Deitenbeck, Jugendpfarrer in Lüdenscheid und 2. Vorsitzender der Deutschen evangelischen Allianz. Letzerer hielt Jahrzehnte lang an jedem Pfingstmontag einen Waldgottesdienst an der Glörtalsperre, mit Tausenden von Zuhörern. Viele Jahre sangen unsere Chöre bei diesen Gottesdiensten.

Wir unterstützen die Arbeitszweige des Bundes der Freien Ev. Gemeinden durch regelmäßige monatliche Beiträge.

Der „Wir singen für Jesus“-Chor sang oft bei Zeltevangelisationen der Inlandmission, wie zum Beispiel in Augsburg, München und Füssen. Die dort neu gegründeten Gemeinden sollten durch diese Einsätze in ihrer Arbeit gestärkt werden. Eine andere Fahrt ging nach Hildesheim und Goslar. Wir sehen als Gemeinde unsere besondere Aufgabe in der Verkündigung des Evangeliums mit Musik.

Die vom Bundesverlag gedruckten Blätter und Zeitschriften wurden von uns bezogen, verkauft und auch verteilt.

Unsere Mitgliederzahl war ja zunächst nur sehr klein, es waren anfangs nur rund 30 Mitglieder. Erst ganz allmählich steigerte sich die Zahl durch heranwachsende Jugend sowie durch Zuzug von andern Geschwistern auf ca. 40. Das blieb wieder lange Jahre so. Erst mit Beginn der 70-ger Jahre zogen eine Reihe neue Mitglieder zu und ließen sich viele gläubig gewordene Jugendliche aufnehmen, so dass es dann fast 70 Mitglieder waren.

Manche Enttäuschungen und Rückschläge blieben uns jedoch auch nicht erspart. Tief erschüttert waren wir, als im November am Vorabend des Totensonntags 1977 unser stellvertretende Dirigent und Gemeindekassierer, Karl-Ernst Schönnenberg beim Tischtennisspielen mit der Jugend einen Herzschlag erlitt. Der schon festlich geschmückte Saal für das am anderen Tag stattfindende Chorjahresfest musste umgeräumt werden und am Nachmittag fand stattdessen eine Trauerfeier für den heimgegangenen Bruder statt unter dem Motto "Was ich tue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren" (Joh. 13. 7).

Nachtragen möchte ich noch unser fast alljährlich stattfindendes Osterfeuer. Angeregt durch das Osterfeuer auf der Löhbach, beschlossen wir 1959, gleichfalls ein Osterfeuer abzubrennen. Auf dem so genannten „Röewer“, Niederplanken, neben der Wipperfürther Kreisstraße bot sich uns ein geeigneter Platz. Zu unserem Osterfeuer mit Andacht und viel Musik kommen jedes Jahr viele Zuhörer von Nah und Fern.

Der Aufbau wird jeweils am Karsamstagnachmittag, wenn es vom Wetter her möglich ist, vorgenommen. Nachts wird das Feuer dann von Jugendlichen bewacht. Dass das nötig ist, erfuhren wir vor einigen Jahren (1977), als in den frühen Morgenstunden, während die Wache in tiefstem Schlafe lag, Brandstifter am Werke waren und das Feuer anzündeten. Das nötige Holz für ein neues Osterfeuer musste dann am Ostersonntag nachmittags noch einmal zusammengefahren und aufgebaut werden. Abends in der Kurzansprache luden wir die Brandstifter ein, zu Jesus zu kommen. Wir durften auch schon erleben, dass durch eine dieser Andachten am Osterfeuer jemand zum lebendigen Glauben fand.

Nun, in all diesen Erlebnissen und Erinnerungen dürfen wir die gute Hand unseres Gottes erkennen. Ihm allein sei die Ehre, der Ruhm und Preis und Anbetung in dieser Zeit und in Ewigkeit und unserem teuren Erlöser und Heiland Jesus Christus, der uns in seiner unendlichen Gnade und Geduld erwählt hat zum Ewigen Leben.

Die Sonntagschule im Laufe vieler Jahre:

Samuel Feckinghaus
Samuel Feckinghaus

Soweit der Bericht von 1980 von Samuel Feckinghaus (1913 – 2006)

Er war Gemeindeältester der Freien evangelischen Gemeinde Bever von 1965 bis 1986 – außerdem Vorsitzender des Gemeindechores ab 1950 – und im „Wir singen für Jesus Chor“ einer der beiden Sprecher, die bei den Konzerten die Andachten gehalten haben.

Vor allem aber war er ein „Geistlicher Vater“ und Seelsorger für viele Gemeinde- und Chormitglieder. Unsere Gemeinde hat ihm viel zu verdanken.

Seine Predigten, die er in der Bever und in vielen umliegenden Gemeinden gehalten hat (an manchen Sonntagen bis zu dreimal), hatten eine ganz besondere Qualität und sind vielen Menschen zum Segen geworden.

Gemeindeentwicklung 1980 - 2013

von Sieghart Brandt, Hermann Escher, Hartmut Strohschein und Reinhard Voss

Zum 31.12.1980 hat die Gemeinde in der Bever 69 Mitglieder. Es ist ein missionarisches Jahr. Wir veranstalten eine Evangelisation mit Johannes Hansen in Halver und beteiligen uns verstärkt an der „Aktion in jedes Haus“. Walter und Christa Feckinghaus kommen zum ersten Heimataufenthalt.

Im Jahr 1981 wächst unsere Gemeinde auf 74 Mitglieder an. Walter und Christa sowie Marlies Feckinghaus, werden in einem Gottesdienst erneut ausgesandt. In der FeG Halver steht ein Pastorenwechsel an. Gerhard Sümper geht und Herbert Lange kommt.

Im Jahr 1982 nimmt unsere Gemeinde von 74 auf 71 Mitglieder ab. Johannes Torke, unser langjähriger Sonntagschulleiter, verstirbt plötzlich. Wir dürfen in diesem Jahr 3 Hochzeiten feiern.

Im Jahre 1983 wird die Frauenkreisarbeit gegründet. Wir führen eine Evangelisation mit Diethelm Strauch durch. Wir dürfen ein Ehepaar in diesem Jahr trauen und freuen uns über 4 Gemeindeaufnahmen. Am Jahresende zählen wir somit 75 Gemeindemitglieder.

Im Jahr 1984 erleben wir einen Kindersegen, 8 Kinder wurden unter Gottes Segen gestellt. Hermann Escher und Jörg Enners werden in den Ältestenkreis gewählt. Der WSFJ-Chor bereist Kanada. Am Jahresende zählt unsere Gemeinde 76 Glieder.

Im Jahr 1985 findet eine größere Umbaumaßnahme statt. Die Hausmeisterwohnung wird vergrößert und modernisiert. 5 Gemeindeaufnahmen und 3 Gemeindeüberweisungen finden statt. Wir wachsen langsam und zählen jetzt 78 Mitglieder.

Am Anfang des Jahres 1986 werden 3 Älteste eingesegnet. Im Laufe des Jahres können wir 3 Kinder einsegnen. Wir feiern 4 Gemeindeaufnahmen und überweisen 2 Mitglieder. Am Ende des Jahres zählen wir 80 Mitglieder.

Im Jahre 1987 führen wir eine Evangelisation mit Manfred Bönig durch. Wir durften 2 Hochzeiten und 2 Taufen feiern. 2 Überweisungen haben unsere Mitgliederzahl auf 83 erhöht.

Im Jahr 1988 beginnt Jörg Enners mit der Herausgabe des ersten Gemeindebriefes. Heike Escher beginnt ihre Arbeit als Mitarbeiterin im Erholungsheim Bethanien auf Langeoog. Gudrun Busch geht zur Ausbildung auf die Bibelschule Wiedenest und Hartmut Brandt zur Bibelschule Breckerfeld. Karl Friedrich Busch wird nach Gummersbach überwiesen; Ruth Torke wird am 13.09.1988 heimgerufen. Somit sinkt die Mitgliederzahl auf 81.

1989 feiert die Gemeinde Bever ihr 125-jähriges Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen, u.a. mit Robert Bürer (Schweiz), Pastor Peter Strauch (Bundespfleger) sowie Hermann Schmidt (Siegen). Die drei Gemeindeältesten Siegfried Brandt, Ernst August Eicker und Friedhelm Krämer werden in ihrem Amt bestätigt und für fünf weitere Jahre berufen. Es finden vier Hochzeiten sowie sieben Gemeindeaufnahmen statt. Die Mitgliederzahl steigt auf 88.

Das Jahr 1990 ist geprägt vom Mauerfall sowie der deutschen Wiedervereinigung. Deshalb findet am 03. Oktober ein Festgottesdienst statt. Wir sind eine wachsende, junge Gemeinde mit vielen Familien und Kindern, deshalb werden erste Gedanken zu einem Um- bzw. Erweiterungsbau geäußert. Dafür soll zunächst gespart werden. Bei fünf Darbringungen, einer Hochzeit, sechs Taufen sowie vier Gemeindeaufnahmen wächst die Gemeinde auf 92 Mitglieder.

Im Jahr 1991 feiert der „Wir singen für Jesus“-Chor 25-jähriges Bestehen. Dies wird mit einem Festgottesdienst in der Siegerlandhalle zusammen mit Edmund Spieker begangen. Besondere Gottesdienste erlebt die Gemeinde mit Karl Heinz Knöppel (Bundesvorsteher) sowie Dr. Schnabel (Wiedenest). Die Mitgliederzahl sinkt auf 91.

1992 wird Herbert Lange als Gemeindepastor der FeG’s Halver und Bever verabschiedet. Am 26.01.1992 eröffnet er in seinem letzten Gottesdienst das Jahr 1992 als „Jahr mit der Bibel“. Jörg Enners übernimmt den Predigtdienst von H. Lange und predigt an jedem 4. Sonntag. Zudem übernimmt er auch den biblischen Unterricht. Das „Jahr der Bibel“ wird mit mehreren Veranstaltungen zusammen mit der ev. Allianz in Halver begangen. Walter und Krista Feckinghaus befinden sich zum Heimataufenthalt in Deutschland. Es finden zudem Bibeltage mit Gerhard Hörster (Rektor am theologischen Seminar Ewersbach) und Hans Dieter Becker (Lehrer am TS Ewersbach) statt. 1992 sank die Mitgliederzahl auf 90.

Im Jahr 1993 findet die Allianz-Gebetswoche erstmals zusammen mit der FeG Halver sowie der ev. Kirche statt. Lars Linder tritt die Nachfolge von Herbert Lange als Pastor der Gemeinden Halver und Bever an. Es findet ein Seminar für Predigtvorbereitung mit Wolfgang Klippert (Wiedenest) statt. Zudem beteiligt sich die Gemeinde an dem Weihnachtsmarkt in Halver mit einem eigenen Stand. In diesem Jahr freut sich die Gemeinde über fünf Hochzeiten, vier Darbringungen und zehn Taufen. Die Gemeinde wächst auf 96 Mitglieder.

Das Jahr 1994 ist geprägt von den Vorbereitungen und der Durchführung der Zelttage, die wir zusammen mit der FeG Grafweg „An der Eich“ veranstalten. Die Zusammenarbeit mit der ev. Allianz Halver wird verstärkt. Es finden drei Taufen und vier Darbringungen statt. Bei drei Sterbefällen und fünf Gemeindeaufnahmen steigt die Mitgliederzahl auf 98. Das Durchschnittsalter der Gemeinde liegt bei 42,4 Jahren.

Im Frühjahr 1995 wird Hartmut Brandt im Auftrag der „Frontiers“ zu einem Missionseinsatz in den Irak ausgesandt. Wenige Monate später dürfen wir Gudrun Busch als Missionarin der „Allianz-Mission“ nach Brasilien aussenden. Die Mitgliederzahl in diesem Jahr bleibt konstant bei 98, mit einem erfreulich niedrigen Durchschnittsalter von 41,9 Jahren.

Im Jahr 1996 feiern wir das 25-jährige Dienstjubiläum unserer Hauseltern Klaus und Edith Steudten, die sich in beispielloser Weise um Haus und Grundstück kümmern. Die Pläne zur Erweiterung des Gemeindehauses konzentrieren sich in diesem Jahr auf den Grunderwerb und die Frage, welches der möglichen Grundstücke für uns das richtige ist. Die Gemeinde wächst auf 99 Mitglieder.

In 1997 beginnt die konkrete Planung für die Erweiterung unseres Gemeindehauses. Nachdem Familie Busch grünes Licht für den Verkauf des Nachbargrundstückes gegeben hatte, werden die ersten Vorentwürfe erarbeitet und der Gemeinde präsentiert. Ein Bauausschuss wird berufen, um die weitere Planung zu begleiten. Wir sind sehr dankbar, dass Gott auch in diesem Jahr Wachstum geschenkt hat, und die Gemeinde nun 101 Mitglieder zählt.

Das Jahr 1998 ist geprägt von intensiver Planungsarbeit für das Bauprojekt. Von Seiten der Behörden erleben wir großes Entgegenkommen und sehen darin die Bestätigung, dass Gott unser Vorhaben segnen will. In diesem Jahr wächst die Gemeinde auf 102 Mitglieder.

Am 23.01.1999 erfolgt der erste Spatenstich für das geplante Bauvorhaben. Die Arbeiten der Baufirmen verlaufen zügig und ohne besondere Vorkommnisse. Termingerecht werden die Arbeiten abgeschlossen, so dass wir am 1. Weihnachtstag 1999 den ersten Gottesdienst im neuen Gemeindesaal feiern konnten. Obwohl die Bauarbeiten in diesem Jahr im Vordergrund stehen, können wir mit der FEG Grafweg im August eine Zeltevangelisation mit Pastor Eberhard Müller durchführen. Gemeinsam mit der FEG Halver haben wir Pastor Lars Linder zu seinem neuen Dienst in die FEG Wuppertal-Barmen verabschiedet. Zum Jahresende hat die Gemeinde 101 Mitglieder.

Am 20.02.2000 findet die offizielle Einweihung des neuen Gemeindehauses statt. Wir freuen uns über die große und positive Resonanz, auch während der anschließenden Festwoche mit Musik-, Film und Vortragsveranstaltungen. Pastor Jochen Schmidt wird am 24.09.2000 in der FEG Halver in seinen Dienst in den beiden Gemeinden eingeführt. Wir sind sehr dankbar für die intensive Betreuung, die wir als Gemeinde durch Jochen Schmidt erleben. Die Gemeinde zählt nun 104 Mitglieder.

Im Jahr 2001 feierten wir das 50-jährige Jubiläum als Freie evangelische Gemeinde. Viele Veranstaltungen, die aus Platzgründen in den alten Räumen nicht möglich waren, können nun durchgeführt werden, u. a. das Bever-Forum, mit dem gezielt Außenstehende angesprochen werden. In diesem Jahr wächst unsere Gemeinde auf 110 Mitglieder.

Anfang 2002 werden Hartmut Strohschein, Gerd Uellenberg und Reinhard Voss in den Ältestenkreis berufen, der nun aus insgesamt aus 7 Mitgliedern besteht. Im Sommer 2002 endet die Ausbildung von Hartmut Krämer am Theologischen Seminar in Ewersbach. Der Einführungsgottesdienst in seinen Dienst als Pastor der FeG Gießen am 15.09.2002 wird auch von vielen aus unserer Gemeinde besucht. Klaus und Edith Steudten beenden nach über 30-jähriger Tätigkeit als Hauseltern offiziell diesen Dienst. In einem Gottesdienst am 10.11.2002 verabschieden wir sie und begrüßen gleichzeitig Paul und Anna Salnikow als ihre Nachfolger. Die Zahl unserer Mitglieder blieb in diesem Jahr unverändert bei 110.

Im Jahr 2003 sinkt unsere Mitgliederzahl auf 103; nach engagierter Mitarbeit verlässt Jörg Enners mit seiner Familie unsere Gemeinde, weil er in Lauf (bei Nürnberg) zum Gemeindepastor berufen wird. Wir sind dankbar für die pastorale Betreuung durch Jochen Schmidt und Gerhard Hörster. Drei Veranstaltungen in Form des neuen „Bever-Forums“ bereichern unseren Gemeindekalender. Außerdem freuen wir uns über Bibelabende mit dem Präses unseres Bundes, Peter Strauch.

Im Jahr 2004 wächst unsere Gemeinde wieder auf 106 Mitglieder; wir suchen ein Nachfolgeprojekt für die bisherige Unterstützung der Inlandmissionsgemeinde Kehl.

Im Juni 2005 unterstützen viele Mitglieder unserer Gemeinde die Zeltevangelisation in Halver. Die neuen Hauseltern Paul und Anna Salnikow werden Mitglieder unserer Gemeinde. Wir beginnen uns mit der Frage der sozialen Verantwortung unserer Gemeinde zu beschäftigen; gleichzeitig erlebt die Jugendarbeit einen starken Aufbruch. Das WDL-Adventskonzert am 10.12.2005 ist ein Höhepunkt im Gemeindeleben – auch wenn Blasmusik nicht jedermanns Sache ist.

In 2006 steigt die Mitgliederzahl auf 109. Unserer langjähriger Gemeindeleiter Samuel Feckinghaus geht am 20.07.2006 heim. Durch Christen im Asylverfahren wird unsere Gemeinde stärker mit der Frage der sozialen Verantwortung konfrontiert. Gemeinsam mit der FeG Halver berufen wir Axel Naumann zum Gemeindereferenten.

In 2007 stellen wir dankbar fest, wie sich in der Ev. Allianz Halver die Zusammenarbeit in den letzten Jahren intensiviert hat; sie ist von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt. Mit der Unterstützung der jungen Gemeinde in Wipperfürth haben wir für den Bereich der Inlandmission ein neues und nahes Betätigungsfeld gefunden. Wir suchen neue Formen zur Stärkung des gemeinsamen Gebetes auf der Ebene der Gesamtgemeinde; gleichzeitig freuen wir uns über eine spürbare Stärkung des Gebets bei der Jugend.

Am 09.11.2008 werden Doreen und Sven Ziegler mit DIGUNA von unserer Gemeinde nach Kenia ausgesendet. Wir sind dankbar für die vielen Kinder, die Gott unseren Familien anvertraut, und die neben dem Kinderprogramm auch im biblischen Unterricht eine christliche Unterweisung erhalten. Sieghart Brandt wird als weiterer Ältester in die Gemeindeleitung berufen

Im Jahr 2009 wächst unsere Gemeinde auf 112 Mitglieder; Johann Schick wird gemeinsam mit der FeG Halver zum Pastor für junge Gemeinde berufen. Axel Naumann wechselt als Gemeindereferent zur FeG Norderstedt. Die Allianzgebetswoche ist eine positive Erfahrung auf dem Weg zur Stärkung des gemeinsamen Gebets. Auch das Gebetsseminar mit Ralf Mühe malt uns die Wichtigkeit des gemeinsamen Gebets vor Augen; neue Formen der Gebetsabende entstehen. Gleichzeitig versuchen wir über Gästegottesdienste auch „Gemeindefremde“ stärker durch eine veränderte Gottesdienstgestaltung zu erreichen. Auch in der Ev. Allianz überlegen wir gemeinsam, wie wir die Mitbürger in Halver durch soziales Engagement erreichen können; der Winterspielplatz entsteht.

Vom 13.05. – 16.05.2010 findet die zweite Gemeindefreizeit in Wilnsdorf einen guten Anklang. Unsere Gemeinde beteiligt sich an der Aktion des Bundes „Jahr der Stille“. Der neue Pastor für junge Gemeinde bereichert unsere Gemeindearbeit.

Die Zahl der Gemeindemitglieder steigt in 2011 auf 121; gerade junge Menschen schließen sich vermehrt unserer Gemeinde an. Das Jahresthema lautet diesmal „Aufbruch Bibel“. Auch in unserer Gemeinde beschäftigen wir uns mit der Frage, ob Frauen in Leitungspositionen berufen werden sollen.

Am 05.08.2012 beruft die Gemeindeleitung – nach vorheriger Beschlussfassung der Gemeindeversammlung folgende Geschwister zu Diakonen: Hans-Josef Ueberberg, Sven Goerke, Mathias Ley, Conny und Frank Behling, Markus Teubner, Heidi Brandt und Michael Evang. Doreen und Sven Ziegler kehren von Ihrem Afrika-Einsatz nach Haiger zurück.

Bis zum 30.09.2013 steigt die Anzahl der Gemeindemitglieder auf 128. Im Frühjahr und Sommer wird das Gemeindehaus neu gestrichen; dabei bringen sich viele Gemeindemitglieder mit großer Eigenleistung ein; der Neubau muss aber durch eine Fachfirma mit einem neunen Anstrich versehen werden. Beim Gemeindeabend 2013 wird die Gemeindeordnung mit einigen Änderungen einmütig in ihrer Neufassung beschlossen. Gleichzeitig beschließt die Gemeindeversammlung mit deutlicher Mehrheit, dass nun auch Frauen in die Gemeindeleitung berufen werden können. Im August erfolgt eine erneute Aussendung von Sven und Doreen Ziegler mit ihren Kindern nach Afrika.

In der Gemeindeversammlung am 15.09.2013 wird Johann Schick mit Wirkung vom 01.01.2014 zum Pastor der FeG Bever berufen. Damit hat unsere Gemeinde zum ersten Mal in ihrer Geschichte – zumindest nach Ablauf einer gewissen Übergangszeit im Jahre 2014 – einen eigenen Pastor. Dabei blicken wir dankbar auf den Dienst von Jochen Schmidt in der FeG Halver zurück, der seit 2000 unsere Gemeinde pastoral mitbetreut hat. Jochen und Beate Schmidt haben eine neue Berufung in die FeG Würzburg erhalten.

Einen ganz besonderen Gottesdienst erlebte die Gemeinde am 08. Dezember 2013. Dreizehn junge Menschen ließen sich taufen. Sie erzählten vorher, wie sie sich für ein Leben mit Jesus entschieden hatten und warum sie sich taufen ließen. Im Anschluss an die Taufe wurden zehn von ihnen in die Gemeinde aufgenommen. Für die Gemeinde war es ein Freudentag, der mit einem gemeinsamen Essen ausklang.

In der letzten Sportfreizeit hatte Gottes Geist an den Herzen vieler junger Menschen gewirkt und sie dazu bewegt, ihr Leben bei Gott festzumachen. Die Entscheidung zur Taufe und zur Mitgliedschaft in der Gemeinde waren die konsequenten weiteren Schritte in ihrem jungen Glaubensleben.

Taufe 2013
Taufe 2013
Laura und Anna-Lena Busch
Laura und Anna-Lena Busch

Einen besonderen Beweis der Treue Gottes sahen wir darin, dass unter den Getauften zwei Schwestern, Laura und Anna-Lena Busch aus dem Hause Karl-Heinz und Manuela Busch waren.

In diesem Haus hat vor 150 Jahren die Gemeinde ihren Anfang genommen.

Frank Behling
Frank Behling im Interview mit Johann und Juliane Schick

Am 16.02.2014 fand im Rahmen eines Festgottesdienstes die offizielle Einführung von Johann Schick als Pastor der FeG Bever statt.

Bis zum Gemeindeabend am 18.02.2014 ist die Mitgliederzahl auf 140 angewachsen. Für die nähere Zukunft blicken wir mit Spannung auf den geplanten Gemeindeentwicklungsprozess und die Auswirkungen der seit 2 Jahren geschaffenen Diakonate.

Ansgar Hörsting,
Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden bei der Ordination

Erweiterung Gemeindehaus 1999

von Hermann Escher

Wachsende Mitgliederzahlen und ein größer werdender Freundeskreis führen Mitte der 80er-Jahre dazu, dass die Gemeinde immer häufiger an ihre räumlichen Grenzen stößt. Vor allem bei besonderen Veranstaltungen mit vielen Besuchern, aber auch bei den sonntäglichen Gottesdiensten wird deutlich, dass der alte Saal zu klein geworden ist. Darüber hinaus fehlen zusätzliche und ausreichend große Gruppenräume für die Kinder- und Jugendarbeit. Vor diesem Hintergrund treffen wir Ende der 80er Jahre die Entscheidung, das vorhandene Gemeindehaus großzügig zu erweitern. Die ersten Baupläne entstehen. Doch bis zur Realisierung dieses Vorhabens mussten noch viele Jahre vergehen – zu komplex waren die Schwierigkeiten, an dieser Stelle eine Baugenehmigung zu bekommen. Nachdem die letzten Hürden genommen waren, konnten wir 1997 erneut in die konkrete Planung gehen.

Mehrere Vorschläge zur äußeren Gestaltung wurden erarbeitet und der Gemeinde vorgestellt. Die Entscheidung fiel zugunsten eines Entwurfs, der deutlich aus dem örtlichen Erscheinungsbild heraustritt. Das Gebäude, das an einen Schiffsbug erinnert, sollte Aufmerksamkeit und Interesse wecken. Eine mutige Entscheidung.

Die weitere Planung wurde durch einen von der Gemeinde berufenen Bauausschuss begleitet, der die Arbeit mit vielen Ideen und konstruktiven Vorschlägen erleichterte. Im Sommer 1998 wurde der Bauantrag gestellt und schon nach weniger als 6 Monaten Bearbeitungszeit genehmigt.

Der erste Spatenstich fand am 23. Januar 1999 statt. Dabei erwies sich das Ausheben der Baugrube mitten im Quellgebiet des Bever-Bachlaufes erwartungsgemäß als schwierige Etappe. Im April 1999 begannen die Rohbauarbeiten und die ersten Fundamente wurden betoniert. Schon wenig später war der Keller fertig, so dass wir uns am 12. Juni 1999 auf der Kellerdecke zur Grundsteinlegung mit einem kleinen Rahmenprogramm versammeln konnten. Am 05. August 1999 wurde mit den Bauarbeitern das Richtfest gefeiert.

Danach begann der Innenausbau. Insgesamt verliefen die Arbeiten zügig und ohne Komplikationen. Termingerecht wird das Gebäude Mitte Dezember 1999 fertiggestellt.

Am 1. Weihnachtstag treffen wir uns zunächst im alten Saal, in dem die Gemeinde sich seit fast 50 Jahren regelmäßig versammelt hat. Nach einer kurzen Andacht gehen wir rüber in den neuen Saal und feiern dort unseren ersten Gottesdienst. Ein unvergessliches Erlebnis.

Wir sind sehr dankbar für die vielen Möglichkeiten, die wir nun haben. Wir erleben, wie Gott unser Vorhaben gesegnet hat. Die Gemeinde wächst – vor allem durch junge Menschen, die ihre Beziehung zu Jesus dadurch zum Ausdruck bringen. Wir dürfen hoffnungsvoll in die Zukunft sehen.

Die Chöre der Gemeinde

von Ernst August Eicker

Die Bever-Gemeinde war von Anfang an eine singende Gemeinde, in der die Musik einen breiten Raum in der Gemeindearbeit eingenommen hat. Samuel Feckinghaus berichtet in seinen Aufzeichnungen von den verschiedenen Chören und Gesangsgruppen, die in den vielen Jahren tätig waren. Besonders in der Zeit nach 1945 weitete sich die Musiktätigkeit aus. Nachfolgend soll in Stichworten und Ausschnitten ein Überblick gegeben werden aus den Chor-Jahresberichten der Jahre 1960 bis 2004 von Gemeindechor, Gitarrenchor, „Wir singen für Jesus“ Chor und „Wir singen für Jesus“ Kinder- und Jugendchor.

Gemeindechor

Nachdem es bereits in früheren Jahren (z.B. 1899 - 1914) einen gemischten Chor gab, wurde er 1945 von August Eicker erneut gegründet und bis 1950 geleitet. Ich übernahm die Chorleitung 1950 im Alter von 16 Jahren.

1960: Überraschungsauftritt bei der Verlobung von Karl-Heinz Tacke – Verabschiedung von Karl-Ernst Behling zum Militärdienst – Singen beim Osterfeuer, bei der Zeltevangelisation in Hilgen mit Gustav-Adolf Pötz, in Grafweg mit Hermann Schmidt – Chorausflug nach Frankfurt – Erntedankfest Rönsahl – Krankenhaus Radevormwald

1961: Singen beim Jugendtag in Lüdenscheid – Singen beim Osterfeuer bei nassem Wetter – Ausflug nach Bückeburg – Höhepunkt des Jahres: ein Liederabend, der besonders von unseren Nachbarn gut besucht wird. Zwei Sänger, Walter Vogt und Alfred Goldak gehen zum Militär – Das Repertoire des Chores umfasst sowohl modernes, als auch traditionelles Liedgut.

1962+1963: Singen beim Osterfeuer und zweimal pro Jahr bei Liederabenden in der Gemeinde; Gäste: Kreisjugendchor Siegerland und das Streichquartett Gerlach, Verkündigung: Hermann Schmidt – Singen im Feldzugchor in Breckerfeld beim „Feldzug des Glaubens“ mit Anton Schulte – Musikalische Gestaltung bei den Pfingstgottesdiensten an der Glörtalsperre – Mitwirkung im Allianzchor Halver bei einer Zeltevangelisation.

1964: Singen beim Jugendtag in Gummersbach – bei der Einführungsfeier für Pastor Gustav Irle in Halver – bei der Trauerfeier für den Gründer des Gemeindechores, August Eicker – bei der Doppelhochzeit von Gertrud und Inge Feckinghaus – Tonbandaufnahmen für unseren Bundesvorsteher Wilhelm Gilbert

1965: Ein Liederabend mit Elisabeth und Hannelore Jacobi, sowie Helmut Spies bekam von den Zuhörern den Titel: „Der schönste Liederabend“. – In Radevormwald leitete ich den Allianzchor Radevormwald, er sang bei der dortigen Zeltevangelisation und beim Pfingstgottesdienst. – Tonaufnahmen mit Solo- Duett- und Chorliedern für das Missionswerk „Neues Leben“ – Liederabend mit dem „Spielmann Gottes“ Organist Peter van Woerden und seinen Kindern – „Feldzug für Christus“ des Janz Teams in Lüttringhausen, ich leitete den Feldzugchor und die vereinigten Männerchöre, Solist: Hildor Janz, an der Hammond-Orgel: Harding Braaten

Ab 1994 wurde der Gemeindechor dann von Hartmut Strohschein dirigiert - der dritte Dirigent seit 1945. Er hat mit viel Können und Einfühlungsvermögen die Chorarbeit weitergeführt. Der Chor blieb seinem Auftrag treu, die Gottesdienste zu bereichern und zu besonderen Anlässen, wie Hochzeiten, Trauerfeiern, Allianzgottesdiensten u.a. aufzutreten. Dazu gehörten ebenso Musik-Gottesdienste in der Gemeinde und immer wieder musikalische Andachten in dem Seniorenzentrum Bethanien in Halver. Hier freuen sich die Besucher schon lange auf unser Singen, zu dem auch immer eine Kurzandacht gehört.

Nachdem Hartmut Strohschein in den Ältestenkreis unserer Gemeinde berufen wurde, gab es 2006 erneut einen Dirigentenwechsel im Gemeindechor. Nach 61 Jahren wechselte nun eine Frau ans Dirigentenpult. Mit Elisabeth Klundt kam auch erstmals eine Musikerin mit einem Staatsexamen in Musik in die Leitung des Gemeindechores. Das hat dem Chor außerordentlich gut getan und neue Freude und Schwung in die Arbeit gebracht. Zu den Auftritten im Seniorenzentrum Bethanien kamen jährlich zwei ähnliche Einsätze im Seniorenzentrum Haus Waldfrieden dazu. Es ist eine Freude zu sehen, wie die Zuhörer bei unseren Liedern angesprochen werden und Freude in ihr Leben kommt.

Der Gemeindechor
Der Gemeindechor im Jahr 2009

"Wir singen für Jesus" bis 2004

(Externer Link: "Wir singen für Jesus")

Der Verlag Frohe Botschaft im Lied, Hermann Schulte Wetzlar bringt 1964 die erste Schallplatte von Elsa und Ernst August Eicker heraus, begleitet werden sie von Peter van Woerden.

1965: In Radevormwald leitete ich den Allianzchor Radevormwald, er sang bei der dortigen Zeltevangelisation und beim Pfingstgottesdienst. – Tonaufnahmen mit Solo- Duett- und Chorliedern für das Missionswerk „Neues Leben“ – Liederabend mit dem „Spielmann Gottes“ Organist Peter van Woerden und seinen Kindern – „Feldzug für Christus“ des Janz Teams in Lüttringhausen, ich leitete den Feldzugchor und die vereinigten Männerchöre, Solist: Hildor Janz, an der Hammond-Orgel: Harding Braaten

1966: Tonaufnahmen für das Missionswerk „Neues Leben“ für die Ausstrahlung in Amerika – Es kommt zur Gründung des „Wir singen für Jesus Chores“ – Erste Konzertreise nach Straßburg – Aufnahmen für den ERF – Erste Schallplattenaufnahmen

1967-1970: Schallplattenaufnahmen – Konzerte in Frankreich, Norden, Ostfriesland und in vielen anderen Städten – Zusammenarbeit mit dem Bläserchor Geisweid

1971-1980: 1971 Gründung des Kinderchores unter der Leitung von Elsa Eicker – Singen bei der Einweihung des ERF-Gebäudes – viele Kinder der Gemeinde kommen zum Kinderchor

Der Kinderchor singt bei vielen Evangelisationen und anderen Veranstaltungen – Konzertreisen nach Frankreich, Goslar, Hildesheim und Bassum – singen bei der 100-Jahrfeier unseres Bundes

Der Kinderchor "Wir singen für Jesus"
Der Kinderchor "Wir singen für Jesus" unter der Leitung von Elsa Eicker

Es folgen nun einige Hörerstimmen und ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1972:

München:
….aus einem Brief von Dipl.-Ing. Ivan Boneff
"Sehr geehrter Herr Eicker! Am 26.3. ds.Js. – am Palmsonntag, hatte ich die Gelegenheit, Ihren Chor bei einem Gottesdienst in der Freien Evang. Gemeinde Landwehrstraße in München zu hören. Ich war begeistert von dem sehr schön durchgeführten Gottesdienst und meisterhaft ausgeführten Liedern. Da ich selber ein begeisterter Sänger in der evangel. Gemeinde in Sofia (Bulgarien) war, würde ich sehr gerne einige Lieder aus dem Repertoire übersetzen und zusammen mit den entsprechenden Noten an meine Kirchenbrüder nach Bulgarien senden. Unser evang. Kirchenchor in Sofia hat keine neuen Lieder mehr, denn im kommunistischen Bulgarien ist keine Kirchenmusik erwünscht und deswegen sind keine neuen Noten für kirchliche Lieder zu erhalten. Meine Bitte an Sie wäre: mir die Noten für die auf der Schallplatte „Mit Jesus durchs Leben“ aufgezeichneten Lieder zusenden zu wollen……"

Norden:
Aus einem Zeitungsbericht unter der Überschrift „Hervorragende Gesangsgruppe“: "Vor vollbesetztem Saal trat am Sonnabend in der Kreisrealschule – veranstaltet von der Freien evangelischen Gemeinde und zum sechsten Mal in Norden – der Chor „Wir singen für Jesus“ auf, der mit seinem Namen zugleich sein Programm verkündet: Für und von Jesus zu singen, die Mitmenschen auf ihn aufmerksam zu machen, sein Wort zu verbreiten, den Suchenden zu ihm hinzuführen. ……Das alles wurde sehr bescheiden, mit wenig äußerlichem Aufwand dargebracht. Im Vordergrund standen Jesus und der Nächste, der mit ihm bekannt gemacht, zu ihm hingeführt werden sollte. Und darum stellten sich die Angehörigen des Chores nach Abschluss des Abends zur Verfügung, um mit Skeptikern zu diskutieren und Hilfesuchenden zu raten."

Einige Aussprüche unserer Zuhörer:
"Wie kommt es, dass die Sänger mit soviel Begeisterung singen und dass so viele junge Menschen mitsingen?" – "Können wir Noten von den Liedern bekommen?" – Eine Vikarin: "Bitte treten sie weiter als Familie auf, man möchte bei den Christen „heile Familien“ sehen" – "Dem Chor spürt man ab, dass er für Jesus singt" – und der schönste Ausspruch: "Ich möchte neu mit Jesus anfangen" –

Eine Passage aus dem Bericht 1976: Am Jahresende schied unser langjähriger Bassgitarrist, Hermann Escher aus dem Chor aus. Durch sein Studium ist es ihm nicht mehr möglich, an den Einsätzen des Chores teilzunehmen.

1977: Konzert des Kinderchores für gelähmte Jerusalemer Kinder – Singen auf dem Jugendtag in Krelingen vor 12.000 Zuhörern – Singen in der Evangeliumshalle in Marburg. Dabei verunglückte Klaus Steudten auf der Hinfahrt mit unserem Lieferwagen und allen Instrumenten. Trotzdem konnte der Chor singen und die Musiker spielen, das Auto allerdings hatte einen Totalschaden.

Als Beispiel einmal die Choreinsätze des Jahres 1977 in Zahlen:
Chor „Wir singen für Jesus“ 22, Kinderchor 15, Gemeindechor 8, Familie/Team 6, also ca. 50 Möglichkeiten von Jesus zu singen. Dazu sangen wir regelmäßig in unseren Gottesdiensten. Wir sind sehr dankbar dafür, wie Gott uns gebraucht hat.

Am 19. November starb unser Vize-Dirigent und mein persönlicher Freund Karl-Ernst Schönnenberg. Über dreißig Jahre lang war er die Stütze der Sänger im Bass.

1981+1982: Singen in Krelingen und in der Rheingoldhalle in Mainz mit Pfr. Dr. Gerhard Bergmann – Konzertreise nach Bayern ins Gebiet unserer Inlandmission – Produktion einer Schallplatte mit dem Kinderchor

1981 Konzertreise nach Hamburg, Eutin und Heeslingen

Pfr. Dr. Gerhard Bergmann
Pfr. Dr. Gerhard Bergmann

Was niemand geahnt hatte: Unser letztes Chorkonzert in diesem Jahr wurde auch das letzte Zusammensein mit unserem Freund, Pfarrer Dr. Gerhard Bergmann. Am 14. November verkündigte er die frohe Botschaft in der überfüllten Kirche in Rüggeberg. Er nahm Bezug auf das vor seiner Botschaft gesungenen Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe“ und sprach über die Wirkung der Lieder und der Texte in nie gehörter Weise. Die Ankündigung seiner Bücher am Schluß der Veranstaltung in gewohnt lockerer und fröhlicher Art wurde für die meisten Choristen das Letzte, was sie von ihm hörten. Aus seinem anschließenden Dienst in Esslingen ging er am 20. November heim zu seinem Herrn, dem er mit ganzer Hingabe gedient hatte.

Am 25. November sang der Chor bei der Trauerfeier in der ev. Kirche in Halver noch einmal das Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe“ und: „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Pastor Deitenbeck sprach über das Wort aus Dan. 12,3 „Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

1983: Der Kinderchor führt in 1983 das Musical „Abraham“ zwölfmal auf und macht eine Wochenendfahrt auf Einladung des Janz-Teams nach Lörrach. – Der „Wir singen für Jesus" - Chor reist vom 15. - 31. Juli nach Brasilien zu einer Konzerttournee auf Einladung von Trans World Radio.

"Wir singen für Jesus" - Chor
"Wir singen für Jesus" - Chor Brasilien Tournee 1983

1984: Der Kinderchor führt in Remscheid-Lüttringhausen das Musical „Abraham“ zum vierundzwanzigsten mal auf, insgesamt wurden es achtundzwanzig Aufführungen. – Der „Wir singen für Jesu“-Chor reist nach Kanada.

Der "Wir singen für Jesus"- Chor
Der "Wir singen für Jesus"- Chor in Kanada 1984

1985-2000: In diese Jahre fallen einige Jubiläumsfeiern der „Wir singen für Jesus“- Chöre in Lüdenscheid und Siegen. – Ein neues Chorprogramm beinhaltet eine Dia-Serie von Siegfried Block mit einer Psalmlesung und Untermalung mit passenden Liedern. – Der Kinderchor führt das Weihnachtsmusical „Auf dem Weg nach Bethlehem“ in 1987 fünf mal auf. – Der „Wir singen für Jesus Chor“ unternimmt weitere Konzertreisen in die USA, nach Kanada, Brasilien und Israel. Auf unserer Konzertreise in Israel sangen wir in unter anderem in Haifa, in Bethlehem, Jerusalem, Nazareth und auf dem See Genezareth.

  • in Israel
  • in Brasilien

1987: Nach 16 Jahren gibt Elsa Eicker die Leitung des Kinderchores an Ruthild Eicker ab. Ruthild hat Musik studiert und ihr Studium mit dem Staatsexamen als Diplom-Musikpädagogin abgeschlossen. Die Kinder singen gerne mit ihrer neuen Chorleiterin, freuen sich aber, wenn sie ihre „Tante Elsa“ bei den Einsätzen wiedersehen.

Der Kinderchor sang in 1988 bei der Eröffnung der Freien christlichen Schule Lüdenscheid.

1989: Beim Weihnachtsgottesdienst sahen wir in unserer Gemeinde das Video vom Singen unseres Chores in der Geburtskirche in Bethlehem, das bei der Konzertreise nach Israel gedreht worden war.

1990 führte der Kinderchor das Musikal „Abraham“ siebenmal auf, unter anderem als Geschenk an unsere Patengemeinde in Kehl. – Konzertreisen gab es nach Hennstedt, Garding und Itzehohe in Schleswig-Holstein, nach Südtirol und vielen anderen Orten, unter anderem auch ins Erzgebirge. Der Kinderchor erarbeitete zwei neue Musicals „Unterwegs nach Ninive“ und „Noah“. Die Begeisterung bei den Zuhörern war groß – „Unterwegs nach Ninive“ wurde insgesamt ca. zwanzig mal aufgeführt.

Die "Wir singen für Jesus" Chöre 1991
Die "Wir singen für Jesus" Chöre 1991

In das Jahr 1996 fiel das Doppeljubiläum 30 Jahre Chor, 25 Jahre Kinderchor „Wir singen für Jesus“. Gefeiert wurde in der Siegerlandhalle zusammen mit Doris Loh, Margret Birkenfeld, Jochen Rieger, Siegfried Fietz und Pfr. Bärbel Wilde, das Schlußwort sprach Pfr. Paul Deitenbeck.

Anschließend meldete sich der ERF, um von dem erstmals aufgeführten Musical „Das lebendige Buch“ von Ruthild Eicker eine Film-Produktion zu machen. Das geschah im nächsten Jahr im Fernsehstudio des ERF in der unglaublichen Zeit von zwei Tagen und einer Nacht. Es hat sich gelohnt, das Musical wurde vom ERF und dem Verlag Gerth-Medien tausendemal verkauft und von unserem und anderen Chören bis 2014 ca. 280-mal aufgeführt. Die CD „Das lebendige Buch“ wurde bis 2014 ca. 6000-mal verkauft.

1998: In der Siegerlandhalle veranstalteten wir ein „Fest der Lieder“ mit Sören und Bettina Kahl, Doris Loh, Wilfried Mann, Manfred Siebald, Johannes Nitsch, dem Chor Perspektiven unter Leitung von Jochen Rieger, dem Wetzlarer Jugendchor mit Margret Birkenfeld und den „Wir singen für Jesus“ – Chören.

Notiz 1999: Der Kinder- und Jugendchor hat eine Stärke von über 100 Mitwirkenden, der Erwachsenenchor von über 90. Die beiden Chöre hatten 37 Auftritte bei Konzerten und Gottesdiensten.

2000: Mein 50-jähriges Dirigentenjubiläum wurde in unserem neuen Gemeindehaus gefeiert.
Wir veranstalteten ein „Fest der Weihnachtslieder“ in der Siegerlandhalle mit unseren Chören, anderen Interpreten und dem neuen Musical „Weihnachtszeit online“ von Ruthild Eicker. In den vergangenen Jahren gaben wir unter anderem Konzerte zusammen mit Jörg Swoboda, Cae Gauntt und Danny Plett. Oft hatten wir gemeinsame Zeltevangelisationen und Konzerte mit Fernsehjournalist Peter Hahne.

2001 – 2004: In 2001 starteten wir zu einer Konzertreise nach Ostpreußen, der Heimat meiner Frau Elsa und unserem Sänger Gerhard Mikoteit - dazu ein Abschnitt aus dem Jahresbericht

2001: Eine außergewöhnliche Tournee begann am 6. Juli. Der Propst der evangelisch-lutherischen Kirch in Ostpreußen, Erhard Wolfram hatte uns eingeladen, eine Woche lang in seinem Gebiet in Königsberg und dem nördlichen Ostpreußen zu singen. Gut vorbereitet, mit deutschen, englischen und auch russischen Liedern machten wir uns mit einem Bus, bzw. Flugzeug auf die Reise. Das was dort nach zehnjähriger kirchlicher Arbeit entstanden war, überstieg unsere Vorstellung bei weitem. In vielen der inzwischen 40 Predigtplätzen gaben wir Konzerte und ermutigten und bestärkten die Christen in ihrer Arbeit.

Vieles war dort durch die kommunistische Planwirtschaft sehr heruntergekommen und viele Kirchen zerstört, aber Gottes Wort ist nicht untergegangen. Das konnten wir hautnah erleben. Unsere Freunde hatten uns für die kirchliche Arbeit in Ostpreußen viel Geld anvertraut, und so konnten wir nicht nur singen und Zeugnisse geben, sondern auch mithelfen, die große Armut dort ein wenig zu lindern.

Wie das ganz konkret aussehen kann, erlebten wir nach der Reise als Antwort auf unseren Ostpreußen-Rückblick, den wir hier in unserer Gemeinde hatten. Nachdem wir bis dahin schon insgesamt über DM 5.000,- an die Kirche weitergegeben hatten, legten die Besucher dieser Veranstaltung noch einmal DM 5.000,- zusammen. Wir gaben Pastor Wolfram die frohe Nachricht per e-Mail durch und erhielten folgende Antwort:

„Am Tage, als Sie die Nachricht abgeschickt haben, habe ich einem Landwirt einen Kredit über DM 5.000,- gegeben. Er hatte eine günstige Gelegenheit, von einem anderen 10 tragende Kühe zu übernehmen und will damit einen landwirtschaftlichen Betrieb aufbauen, der mehr bringen kann, als nur eine Überlebenshilfe. Einer sehr armen Familie hatte ich am gleichen Tage ebenfalls das Geld zur Anschaffung einer Kuh gegeben. Dabei war ich finanziell sehr knapp dran. Wie unser treuer Vater im Himmel immer wieder zur rechten Zeit auch die nötigen Mittel schenkt, ist einfach zum Staunen“. Zur Erklärung: Pastor Wolfram bezahlte armen Familien eine Kuh, die 500,- DM kostet, damit kann die Familie überleben.

Der Chor "Wir singen für Jesus"
Der Chor "Wir singen für Jesus" bei einem Open-Air-Konzert in dem Badeort Rauschen/Ostpreußen

Aus einem Jahresbericht 2002: Im Oktober hatten wir noch Platz in unserem Terminkalender. Aber dann kam eine besondere Einladung zu einem Benefiz-Konzert. Fast alle unsere Auftritte sind sowieso Benefiz-Konzerte für den ERF, aber jetzt sollten wir für hochwassergeschädigte Menschen in Eilenburg a.d. Mulde singen. Die Werbung war gut gemacht, das Bürgerhaus in Wermelskirchen platzte aus allen Nähten. Das Konzert mit dem Chor und der Gruppe „Voices for Christ“ kam gut an und die Geldbeutel öffneten sich weit.

Es wurde die größte Einzelspende in der 37-jährigen Chorgeschichte, 5.360,- €. Wir sind dankbar, mit unseren Liedern und unserem Einsatz auf diese Weise helfen zu können.

In 2003 tat sich eine neue Tür auf: Der Fernsehsender Bibel-TV strahlte das Musical „Das lebendige Buch“ acht mal aus – bis 2004 ca. zwanzig Ausstrahlungen.

In 2004 wurden gleich zwei Musicals verfilmt, das Weihnachts-Musical „Weihnachtszeit-online“ und „Die gute Nachricht“ – beide Musicals werden von Gerth-Medien als DVD vertrieben. – Am 20. und 27. November 2004 habe ich mich bei meinem Publikum mit zwei Abschiedskonzerten verabschiedet. Mit mir schieden meine Frau und eine ganze Reihe älterer Sängerinnen und Sänger aus. Ruthild Eicker führt diese Arbeit nun mit einem jungen Team unter dem Namen „Voices for Christ“ weiter.

Schlussbemerkung:

Durch Gottes Gnade habe ich 54 Jahre meines Lebens als Chorleiter gewirkt – ich hoffe, dass diese Arbeit nicht vergeblich war. Gott hat sichtbar und unsichtbar gesegnet, bewahrt und mit Kraft erfüllt. Ihm gebührt an erster Stelle mein Dank. Meiner Frau, meinen Kindern und der ganzen Gemeinde danke ich noch einmal für alle Unterstützung im Gebet, Mitarbeiten und Mittragen – besonders auch Hildegard und Hermann Wader für die finanzielle Unterstützung.

Bedanken möchte ich mich auch sehr herzlich bei allen Sängerinnen, Sängern, Musikern und Technikern, die durch die vielen Jahre mit viel Einsatz und Begeisterung die Chorarbeit in großer Treue zusammen mit mir getan haben.

In diesem Bericht wurde nur ein kleiner Ausschnitt aus der langjährigen Chorarbeit sichtbar.

Äußerlich sichtbar wurden bis 2004:

  • Über 30 Tonträger, Schallplatten, CDs und MCs mit über 280 Liedern
  • 3 verfilmte Musicals
  • 7 Überseereisen nach USA, Kanada und Südamerika, Konzerttourneen in die Schweiz, nach Israel, Südtirol und Ostpreußen
  • Wir gestalteten in diesen Jahren auch zwei Fernsehgottesdienste des ZDF mit, einmal den Pfingstgottesdienst an der Glörtalsperre und einen Gottesdienst aus der Christuskirche in Lüdenscheid
  • Wir gaben ungezählte Konzerte auf vielen Reisen und bei Großveranstaltungen
  • viele zehntausend DM und Euro kamen als Spenden für den ERF zusammen. Viele Male wurden und werden unsere Lieder im ERF gesendet.

So geht nun der Gemeindechor 2014 in sein neunundsechzigstes Jahr, in dem er ununterbrochen vielen Menschen mit dem Lied gedient hat. Dafür sind wir unserem Herrn sehr dankbar, denn auf dem Gesang zur Ehre Gottes liegt sein besonderer Segen. Seit einigen Jahren wird der Gottesdienst nun zusätzlich von unserer Jugend mit Anbetungsliedern bereichert. Davon wird unser Jugendkreis C-LAN berichten.

Auch die Arbeit des „Wir singen für Jesus Chores“ geht unter dem Namen „Voices for Christ“ weiter. In einem Beitrag berichtet Ruthild Eicker-Grothe davon.

Der Wunsch und das Gebet des Verfassers dieses Artikels ist es, dass das Lob Gottes in der Bever-Gemeinde nicht aufhört bis unser Herr wiederkommt.

Ich bitte Gott weiter um seinen Segen und seine Bewahrung für die Chöre unserer Gemeinde.

Gott antwortet auf das gesungene Lob seiner Kinder, deshalb schließe ich mit einem meiner Lieblingsverse aus 2. Chronik 5, 13b+14, von der Einweihung des ersten Tempels in Jerusalem:

Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den Herrn lobte: „Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig“, da wurde das Haus des Herrn erfüllt mit einer Wolke, so dass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.

Über allem soll stehen: „Soli deo Gloria“ - „Gott allein die Ehre“

"Wir singen für Jesus"- Arbeit von 2004 bis 2014

von Ruthild Eicker-Grothe

(Externer Link: "Wir singen für Jesus")

2004 übernahm ich die Leitung der „Wir singen für Jesus“-Arbeit von meinem Vater Ernst August Eicker. Seitdem sind zehn ereignisreiche Jahre vergangen.

Gruppen:
Wir sangen und musizierten mit unserer Gruppe „Voices for Christ“, mit Musikteams in verschiedenen Besetzungen und mit vielen Kindern. Und Elsa und Ernst August Eicker sangen, wie in alten Zeiten als Duett.

160 Auftritte:
Wir hatten in den 10 Jahren 160 Auftritte bei Konzerten und Musik-Gottesdiensten:
Benefizkonzerte, Musicalkonzerte, Nostalgiekonzerte und Weihnachtskonzerte, Konzerte für Kinder, für Familien, für Frauen und für Senioren, Auftritte beim Kirchweihfest, beim Israel-Tag, beim Sommerfest und beim Stadtfest, bei Konferenzen, Jubiläen, Messen und Festivals, zur Grünen, zur Silbernen und zur Goldenen Hochzeit und zu Weihnachten, zu Pfingsten, zur Himmelfahrt und zu Ostern.

Musik:
Wir sangen…..
… in 5 Sprachen, allein, zu zweit, zu dritt, als Quartett, als Gruppe und als Chor, manchmal mit bis zu 80 Sängern.
… mit Klavier, Keyboard, Schlagzeug, Gitarre und Bass.
… Pop, Gospel, Worship, Klassik, Kinderlieder, Evergreens und Musicals.
… Klassisches und Modernes, Ruhiges und Rockiges, Kinderleichtes und ziemlich Schweres.
… zusammen mit Anja Lehmann, Cae und Eddie Gauntt, Manfred Siebald, Jörg Swoboda, Hans Werner Scharnowski, dem ERF Studiochor und vielen anderen.

Wir sangen, um das Lob Gottes zu verkünden, um die Zuhörer zu erfreuen und vor allem, um den Menschen die gute Nachricht von Jesus zu bringen.

Unterwegs:
Wir sangen in sieben Bundesländern und machten zehn Konzertreisen. Wir traten in evangelischen und katholischen Kirchen auf, in Gemeinden, Missionszelten und Konzertsälen. Wir sangen auf Open-Air- und Theaterbühnen, in Turnhallen und Seniorenheimen, aber auch im Einkaufszentrum, im Kurhaus, auf dem Bauernhof und auf einem Schiff.

Musicals:
Ich schrieb vier neue Musicals, die wir zwölf Mal aufführten:
- „Weihnachten im Legoland“
- „Rock am Riff“ (Jona)
- „Die Weihnachtsreise“
- „Die Löwen sind los“ (Daniel)

Die Musicals „Das lebendige Buch“, „Die gute Nachricht“, „Weihnachtszeit-online“ und „Rock am Riff“ wurden von uns und anderen Chören insgesamt ca. 500 mal aufgeführt, u.a. auch in Paraguay und Rumänien.

CD- und Filmproduktionen (2004-2014):
- „Weihnachtszeit-online“ (Film mit „Kids for Christ“ und „Voices for Christ“)
- „Hold on to me“ (CD + Film mit „Voices for Christ“)
- „Schau ich zurück“ (CD + Film zum Jubiläum: 40 Jahre „Wir singen für Jesus“)
- „Unvergessen 8“ (CD mit den schönsten Liedern von Elsa und Ernst August Eicker)
- „Rock am Riff“ (Jona) (CD + Film mit „Voices for Christ“ und den „FCSL Kids“)

Wir drehten Filmsequenzen am Nordseestrand in Holland, in einem Klostergarten und in einer Mühle, in Kirchen und Gemeinden, einer Schule und einer Musikschule, in einer Skihalle, auf dem Kahlen Asten, im Sealife Aquarium, im Garten und auf der grünen Wiese.

Fernsehen:
Unsere Filmproduktionen wurden viele Male auf Bibel TV gesendet, das Musical „Das lebendige Buch“ auch im rumänischen christlichen Fernsehen.

Besondere Auftritte und Events:

2005 - 2011:
Elsa und Ernst August Eicker singen beim Bundes-Seniorentag der Freien evangelischen Gemeinden. Insgesamt geben sie über 30 Seniorenkonzerte.

2006: Die Gruppe „Voices for Christ“ singt auf dem NRW-Tag in Düsseldorf („60 Jahre NRW“)

2006: Jubiläumskonzert 40 Jahre “Wir singen für Jesus” in Hückeswagen mit den „Voices“, „Kids“, vielen ehemaligen Sängern und Anja Lehmann

2006: Zum tausendsten Mal wird das Lied „Schau ich zurück“ der Familie Eicker in der Sendung „Gern gehört“ im ERF gesendet

2007: „Voices for Christ“ singen beim Chorfestival auf dem NRW-Tag in Paderborn

2007: Elsa + Ernst August Eicker singen bei einer Schiffsreise für Senioren an Bord des Rheinschiffes „Drachenfels“ mit 400 Senioren

2007: Die „Kids“ und „Voices“ gestalten ein „Fest der Weihnachtslieder“ in Eilenburg in Sachsen zusammen mit Jörg Swoboda

2008: Die Gruppe „Voices for Christ“ geht auf Konzertreise, um auf Open-Air-Bühnen und in Kirchen und Gemeinden auf der Ostseeinsel Rügen zu singen

2009: Die Voices-Sänger singen zusammen mit dem ERF-Studiochor in Wetzlar in der Rittal- Arena zum 50-jährigen Bestehen des Evangeliums-Rundfunks

2010: Konzert von „Voices for Christ“ bei der Landesgartenschau in Hemer

2011: Familie Eicker und ehemalige WSFJ-Sänger singen bei den „Unvergessen“-Konzerten in Wetzlar und Schwäbisch Gmünd mit jeweils über 1000 Zuhörern, zusammen mit anderen Pionieren der christlichen Schallplatten-Produktion und dem großen „Unvergessen“-Chor

2012 + 2013: „Unvergessen“-Konzerte in Krelingen und Crimmitschau (Sachsen)

2013: Ruthild und Ernst August Eicker sind zu Gast in der TV-Talk-Sendung „Bibel TV– Das Gespräch“

2013: Vertreter des Verlags „Gerth Medien“ feiern mit Elsa und Ernst August Eicker das 50-jährige Verlags-Jubiläum der beiden. 1963 erschien ihre erste Single-Platte unter dem Label „Frohe Botschaft im Lied“

Danke:
- Wir danken allen Sängern, Musikern, Technikern und Helfern, die mit uns unterwegs waren, um die gute Nachricht von Jesus weiterzusagen.
- Wir danken allen, die für uns gebetet haben.
- Und über allem danken wir Gott für Seine Treue, Gnade und Barmherzigkeit!

Zum Schluss:
Eine Zuhörer-Stimme, die uns nach einem Konzert im Konferenzzentrum Langensteinbacher Höhe in Karlsbad (Schwarzwald) erreichte:
Wenn ich an den Abend in Karlsbad denke, bin ich immer noch tief bewegt. Die Lieder sprachen für sich und gleichzeitig haben Sie wunderschön gesungen. Seit mindestens 35 Jahren sind Ihre Lieder und Ihr Chor ein Hörgenuss für mich. Ich freue mich sehr darüber, wie Sie die klare Botschaft dem Publikum überbringen.

"Wir singen für Jesus"
"Wir singen für Jesus"

Die Bever-Kids

von Sven und Dorothea Goerke

Bever-Kids heißt, es treffen sich jeden Sonntag während des Gottesdienstes etwa 30 Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren. Die Bever-Kids sind in zwei Gruppen eingeteilt. Die „große“ Gruppe mit den Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren und die „kleine“ Gruppe mit Kindern im Alter von 4 bis 7 Jahren. Es werden biblische Geschichten mit Unterstützung von Flanellbildern, Tageslichtprojektor oder Beamer erzählt.

Ein Höhepunkt jedes Jahr sind und waren die Weihnachtsfeiern: jedes Jahr übten die Kinder ein Weihnachtsstück ein um es dann am 4. Advent Eltern, Großeltern, Freunden und Bekannten vorzuführen. Mal war es besinnlich, mal erheiternd, aber immer eine gesegnete Zeit.

2011 führten wir ein Musical „Lisas Weihnachtsfreude“, geschrieben von Alexander Lombardi, auf. Etwa 50 Kinder haben bei diesem Musical mitgemacht. Nicht nur Gemeindekinder wurden zum Mitmachen eingeladen, auch die Kinder aus der Nachbarschaft oder Halver und Radevormwald waren mit von der Partie. An zwei Wochenenden wurde das Musical einstudiert um dann am 4. Advent fit für die Aufführung zu sein. Viele Eltern und Großeltern ließen sich einladen. Wir sind Gott dankbar für diese wunderbare Möglichkeit.

Bever-Kids heißt aber nicht nur – treffen am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr, sondern auch besondere Veranstaltungen wie z.B. das Bever-Kids Zelt über Himmelfahrt. Bever-Kids Zelt 2012 war eine sehr gut besuchte Kinderevangelisation mit 92 verschiedenen Kindern die an vier Tagen zu uns in die „Bever“ kamen. Ein Zirkuszelt war aufgebaut und viele verschiedene Werkstätten in denen die Kinder kreativ werden konnten, wurden angeboten. Aber auch Gottes Wort kam nicht zu kurz. Für die Andachten war Karlfred Jochum zuständig. Er verstand es die Geschichten packend zu erzählen.

Im Jahr 2013 planten wir „Legotage“. Ein Projekt bei dem die Kinder an vier Tagen eine Legostadt errichten sollten mit Flughafen, Stadion, Kirche, Krankenhaus, Schule und was eine Stadt sonst noch so ausmacht.

Dieses Projekt konnten wir nicht alleine starten und haben uns Verstärkung dazu geholt. Ein Ehepaar, die Angestellte bei der KEB (Kinderevangelisationsbewegung) sind, haben uns tatkräftig unterstützt. Mit ca. 120 Kindern haben wir dann an vier Tagen „diese“ Legostadt gebaut. Der Abschlussgottesdienst zu dem alle Eltern und Großeltern eingeladen wurden, war ein voller Erfolg zu Gottes Ehren.

BeverKids
BeverKids

Jungscharen

von Jörg Schönnenberg

Im Anschluss an die Mitte der 70er Jahre wurden die Jungen- und die Mädchenjungschar mit verschiedenen Leitern und Leiterinnen bis heute ohne Unterbrechung weitergeführt. Dafür sind wir Gott sehr dankbar. Als Leiterinnen und Leiter standen seitdem bei der Mädchenjungschar Conny Behling geb. Eicker und Heike Escher gemeinsam, Heidrun Schönnenberg geb. Krämer und Dorothea Goerke geb. Krämer sowie bei der Jungenjungschar Dieter Feckinghaus, Siegfried Block, Markus Brandt und Jörg Schönnenberg in der Verantwortung. Hinzu kommt eine Vielzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in all den Jahren durch ihren treuen Dienst dazu beigetragen haben, dass dieser Gemeindezweig bestand hat.

Begegnung JS FeG Bever und Hückeswagen 2013
Begegnung JS FeG Bever und Hückeswagen 2013
Die Jungenjungschar 2014
Die Jungenjungschar 2014

Zu den Höhepunkten der Jungschararbeit in diesen Jahren zählen u. a. Freizeiten in der Walburg bei Neuwied (1978), in Nienhagen bei Celle, in der Bleibergquelle bei Velbert und im Jugend- und Freizeitheim in Valbert in den 80er und 90er Jahren mit bis zu 40 Teilnehmerinnen

und Teilnehmern. Hinzu kommt eine Anzahl von Wochenendfreizeiten, Übernachtungen im Gemeindehaus und auf dem Schwelmersiepen sowie Zeltübernachtungen auf dem Vorst und in der Bever.
Die Jungscharen stehen allen Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren offen. Sie treffen sich (mit Ausnahme der Ferienzeiten) regelmäßig jeden Freitag von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr in unserem Gemeindehaus. Zu den üblichen Programmpunkten zählen Spiele, Sport, Action, Kochen, Backen, Schwimmen, Ausflüge, Wettkämpfe und noch vieles mehr. Zu Beginn einer Jungscharstunde hören die Kinder eine Andacht, in der den Jungen und Mädchen die Frohe Botschaft von Jesu Christus nahegebracht wird. Wir dürfen dankbar auf die vergangenen Jahrzehnte zurücksehen, in denen eine Vielzahl von Jungscharkindern aus der Gemeinde und aus der Nachbarschaft das Evangelium von Jesus Christus weitergesagt werden konnte.

Jugendkreis C-LAN

von Mathias Ley

Im Jahr 2003 ging die Leitung des Jugendkreises von Dirk Busch an Sven Goerke über und die weiteren Jugendmitarbeiter waren Uta Enners und Holger Heyer. Da es den Wunsch nach einem neuen Konzept und einer anderen Ausrichtung gab, wurde mit der Unterstützung von Jochen Schmidt an einem neuen Konzept für den Jugendkreis gearbeitet. Hieran waren u.a. die späteren Mitarbeiter Kerstin Krämer, Jörn Escher und Sven Goerke beteiligt. Für die Erstellung des neuen Konzeptes wurde eine Gedankensammlung (Mindmap) entworfen, in der die zukünftigen Ziele festgehalten wurden und es wurde ein Leitbild entwickelt. Dies nahm eine Zeit von ca. 6 Monaten in Anspruch und wurde nach Abschluss des Konzeptes im September 2004 als C-LAN-Jugendgruppe umsetzt.

C-LAN steht in diesem Fall für „Christus verbindet“, da dies das zentrale Anliegen des neuen Konzeptes war, so dass Jugendliche mit Jesus in Kontakt kommen und durch verschiedene Möglichkeiten aus diesem Kontakt und geistlichem Input zum Glauben kommen und in diesem persönliches Wachstum erfahren sollten.

Das Konzept sah ursprünglich nur Hauskreise und gemeinsame Projekte vor und es sollten viele externe Redner zu den gemeinsamen Treffen eingeladen werden. Das Konzept wurde jedoch vor dem Start noch geändert, so dass an jedem 1. und 3. Freitag im Monat ein gemeinsames Treffen mit allen Jugendlichen in der Gemeinde stattfand und an jedem 2. und 4. Freitag die Hauskreise bei den jeweiligen Mitarbeitern oder Familien aus der Gemeinde stattfanden. Wenn ein Monat einen 5. Freitag hatte, gab es einen großen Jugend-Gottesdienst für C-LAN und andere Jugendgruppen und Freunde aus Schulen, Sportvereinen, Freizeit etc. konnten immer dazu eingeladen werden, so dass es nach und nach zu einer Großveranstaltung wurde: die MAXI.Church.zone!

Beim Start von C-LAN waren neben den Mitarbeitern noch sieben Jugendliche und aus dieser relativ kleinen Gruppe ist über die Jahre hinweg eine große Jugendgruppe gewachsen, da viele Kontakte über persönliche Beziehungen in Schulen zustande gekommen sind und immer wieder neue Leute zu C-LAN eingeladen wurden, so dass in den Jahren 2007 / 2008 ca. 70-80 Leute am Freitag Abend bei C-LAN waren und dort in ca. sieben Hauskreisen in Oberbrügge, Halver und Radevormwald verteilt waren.

Ein sicher ganz besonderes Highlight in den frühen C-LAN-Jahren war im Jahr 2007 die Missionsfreizeit in Markt Schwaben (Bayern) mit anschließender Erholung und Urlaub in Kroatien. Unter Leitung unseres damaligen Gemeindereferenten Axel Naumann ging es im Juni 2007 für ca. 30 Jugendliche mit Autos nach Markt Schwaben, wo im Keller der Gemeinde gewohnt und in verschiedenen Gruppenräumen gemeinsam gelebt, gegessen und freie Zeit miteinander verbracht wurde. Die Ausrichtung der Missionsfreizeit lag aber nicht auf der Freizeit, sondern auf einem Gottesdienst, der von den Jugendlichen für die Gemeinde und die Leute der Stadt gestaltet werden sollte. Daher wurden an den jeweiligen Vormittagen viele Dinge für den Gottesdienst am Sonntag vorbereitet, wie z.B. Lieder, Theaterstück, Seelsorge, Moderation etc. An den Nachmittagen ging es dann raus in die Stadt um Leute zu diesem Gottesdienst einzuladen, so dass Flyer für den Gottesdienst verteilt wurden, ein Theaterstück aufgeführt wurde, Gespräche stattfanden und auch die Möglichkeit für diverse Sportangebote bestand.
In dieser Zeit sind gute Beziehungen zu manchen Leuten und Jugendlichen entstanden und der Gottesdienst war eine gesegnete Zeit für die Teilnehmer, auch wenn es leider gelegentlich auch Gegenwind gab, was dieser segensreichen Zeit aber keinen Abbruch getan hat. Die Zeit in Kroatien war für Erholung, Urlaub, Gemeinschaft und Bibelarbeiten reserviert und auch dort wurde eine gute und gesegnete Zeit miteinander erlebt bei Sonne, Strand und Meer.

Die Mitarbeiter haben sich über die vielen Jahre natürlich geändert und auch neben den „festen“ Jugendlichen, gab es immer wieder ein Kommen und Gehen, so dass sich einiges in diesen vielen Jahren geändert hat, nur das Konzept mit Game.zone (1. Freitag im Monat), Hauskreisen (2. und 4. Freitag im Monat), Church.zone (3. Freitag im Monat) und gelegentlichen MAXI.Church.zones (5. Freitag im Monat) ist über die Jahre erhalten geblieben und noch um weitere Treffen ergänzt worden.

Zu Beginn des Jahres 2011 hörte Sven Goerke mit der Jugendarbeit auf, um gemeinsam mit seiner Frau Dorothea die Leitung der Sonntagsschule (Bever Kids) zu übernehmen. Daher ging die Leitung von C-LAN an Mathias Ley über. Da bei den Mitarbeitern und Jugendlichen eine Sehnsucht nach einer neuen Ausrichtung und Zielsetzung vorhanden war, wurde im Laufe des Jahres 2011 bei vielen Mitarbeitertreffen, aber auch an einigen gemeinsamen Wochenenden von Jugendlichen und Mitarbeitern ein neues Konzept für C-LAN erarbeitet. Besonders die Ausrichtung auf den zukünftigen Auftrag (Mission) von C-LAN wurde in einer gemeinsamen Vision festgehalten:

„Wir träumen davon, dass Gott durch Gebet C-LAN als Teil der Gemeinde gebraucht, um unsere Mauern einzureißen, uns zu erneuern und uns dazu befreit, unser Umfeld mit seinem Licht zu durchdringen.“

Das neue C-LAN-Konzept sah die Umstellung auf fünf zentrale Arbeitsbereiche vor, welche in „Anbetung“, „Dienst“, „Evangelisation“, „Gemeinschaft“ und „Jüngerschaft“ gegliedert wurden. Außerdem war die Umstellung der Hauskreise auf kleine „Zellen“, den sogenannten U.zones eine erhebliche Umstellung, denn die großen Gruppen von ca. 8-10 Jugendlichen wurden nun in Kleingruppen mit max. 3-5 Jugendliche aufgeteilt um die Monatsthemen persönlicher und auch offener zu besprechen und sich darüber auszutauschen. Hierzu wurde auch die Trennung der U.zones in männliche und weibliche Teilnehmer vorgenommen.

Das primäre Ziel des neuen Konzeptes sollte die noch stärkere Einbindung der Jugendlichen sein, so dass diese eingeladen wurden, sich in einem der fünf Arbeitsbereiche mit Ihren Begabungen, Talenten und Interessen einzubringen und dort auch aktiv zu werden. Der Wunsch für C-LAN war das verstärkte Erscheinen in unserem Umfeld, in unserer Stadt und im Alltag der Menschen. Wir haben uns die Frage gestellt, welche Relevanz hat C-LAN für Halver bzw. was würde Halver und den Menschen fehlen, wenn es die Jugendgruppe C-LAN nicht mehr geben würde? Wir wollen unseren Glauben nicht nur in der Theorie leben und uns in der Jugendgruppe unter Gleichgesinnten „verstecken“, sondern Gottes Auftrag für jeden einzelnen von uns näher kommen, in dem wir rausgehen, unser Umfeld in Augenschein nehmen und unseren Glauben in Wort und Tat leben. Dies sollte z.B. im Bereich der bereits bestehenden Bahnweg-Arbeit intensiviert werden oder Leute in Seniorenheimen sollten besucht werden etc.

Nicht alle Dinge sind bis dato umgesetzt worden, aber es gibt wieder eine Kinderarbeit am Bahnweg, die von vielen Jugendlichen durchgeführt wird und auch Personen aus der Gemeinde diese Arbeit mit unterstützen. Außerdem gibt es nach den Game.zones und Church.zones in der Regel Essenverteilaktionen, bei denen Jugendliche von C-LAN nach Halver zu öffentlichen Orten fahren um dort den Menschen (verstärkt Jugendlichen) Essen zu bringen, welches bei C-LAN extra dafür vorbereitet wurde. Hierdurch sind schon viele Begegnungen zu Stande gekommen und viele gute Gespräche konnten bereits stattfinden.

Auch wenn sich am Konzept einiges geändert hat und mit der Umsetzung zu Beginn des Jahres 2012 auch die Umgestaltung des Jugendraumes verbunden war, ist die Grundstruktur immer noch die gleiche, wie zum Start von C-LAN, außer dass es einmal im Monat einen Gebetsabend (Pray.zone) bzw. Lobpreis- und Anbetungsabend (Worship.zone) für C-LAN und Gemeinde gibt, welche immer am 1. Sonntag des Monats stattfinden. Außerdem gibt es an vielen Montag Abenden die Möglichkeit in der Sport.zone gemeinsam Volleyball oder Basketball zu spielen.
Es gibt neben dem „normalen“ Programm natürlich auch immer wieder außergewöhnliche Programmpunkte, wie z.B. die einmal im Jahr stattfindende WG-Woche, wo wir als Jugendgruppe zusammen im Gemeindehaus leben, essen, schlafen, Gemeinschaft haben etc. Und natürlich gibt es dazu auch Abschlussfeiern vorm Sommer mit verschiedenen Themen, wie z.B. Hawaii-Party, Nerd-Party, USA-Abend etc. und jedes Jahr findet zum Abschluss des Jahres die C-LAN-Weihnachtsfeier statt, welche meistens im festlichen Rahmen begangen wird.
Vieles würde es noch zu berichten geben, aber das würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, da Gott viele Jugendliche zu C-LAN geschickt hat und viele eine außergewöhnlich gute und erfreuliche Entwicklung durchgemacht haben, so dass Gott persönliches Wachstum im Glauben und Veränderung der Persönlichkeit geschenkt hat, was sich u.a. darin ausdrückt, dass auch immer wieder Leute von C-LAN für eine freiwillige Zeit im In- und Ausland berufen werden. In den vergangenen Jahren sind nicht nur in Deutschland (u.a. bei WDL) viele freiwillige Jahre erfolgt, sondern auch diverse Arbeiten und Missionsdienste in Kanada, Südafrika, Kongo, Chile, Thailand, Kenia, L.A. etc. sind durch Leute von C-LAN bereichert worden und die Jugendlichen haben sich dort als Gottes Werkzeuge in seinen Dienst gestellt.Abschließend kann man als Fazit festhalten, dass Gott seinen Segen auf die Jugendarbeit gelegt hat und er im vergangenen Jahrzehnt viele unbeschreibliche Dinge geschenkt hat, Jugendliche in seinen Dienst berufen hat, persönliches Wachstum geschenkt hat und ein großes Stück der aktuellen Gemeinde FeG Bever gebaut und vorbereitet hat. Hierfür gebührt IHM allein alle Ehre und unsere Dankbarkeit, denn ER ist derjenige der Menschenleben verändert und ER ist es, der in jeden einzelnen Jugendlichen so viel Liebe und unglaubliches Potential hineingelegt hat. Dies ist ein unglaubliches Geschenk und Grund IHN zu loben und anzubeten!!!

C-LAN Band

von Tobias Schuster

Schon kurz nach dem Start von C-LAN, dem neuen Konzept für die Jugendarbeit in der FeG Bever, gab es von einigen Mitarbeitern den Wunsch, Gott während der gemeinsamen Treffen mit Musik die Ehre zu geben und das mit vielen verschiedenen Instrumenten. So entstand bereits nach einigen Wochen eine kleine Combo aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, zu denen dann etwas später noch Klavier hinzukam.

Mit der Zeit wuchs auch bei den Teilnehmern von C-LAN die Begeisterung für den gemeinsamen Lobpreis, so dass noch weitere Leute zum Lobpreisteam hinzukamen. Durch Schule, Zivildienst, FSJ usw. mussten einige Leute das Lobpreisteam leider wieder verlassen, doch es kamen immer wieder neue hinzu, die mit ihren verschiedenen Instrumenten (Saxophon und Geige) und Begabungen das Lobpreisteam bereicherten.

Durch den Kontakt zu anderen Jugenden oder auch durch Predigern in den Church.zones kamen immer wieder auch Anfragen, ob das C-LAN-Lobpreisteam nicht auch in anderen Gottesdiensten spielen könne. Daraus entwickelte sich das Lobpreisteam immer weiter hin zu einer Band.

Als „normal ist anders“ war die Band z.B. beim Jugendfestival der EG in Radevormwald dabei. Dort und bei anderen Auftritten wurden nicht nur Lobpreislieder gesungen, sondern auch selbstgeschriebene Lieder. Von einigen Mitgliedern des Lobpreisteams wurde dann auch die erste CD von „normal ist anders“ aufgenommen.

Ein Teil der damaligen Band besteht auch heute noch als „normal ist anders“, während die anderen mit wieder neu dazugekommenen Musikern aus C-LAN die Grundidee des Lobpreisteams weiterführen: Gott die Ehre zu geben, in C-LAN, in der Gemeinde und in Halver.

Der Frauenkreis

von Annegret Escher und Gudrun Evang

1983 wurde der Frauenkreis in der Bever ins Leben gerufen. Annegret Escher hatte als neues Gemeindemitglied zusammen mit Helga Feckinghaus und Bärbel Müller darüber nachgedacht, wie man jungen und älteren Frauen eine gemeinsame Plattform bieten könnte, um miteinander ins Gespräch zu kommen und über geistliche Themen nachzudenken. Tatsächlich bestand Interesse in der Gemeinde, diese Treffen zu besuchen. Zunächst monatlich wurden verschiedene Programmpunkte angeboten. Bei Andachten und Referaten, Besuchen anderer Frauenkreise oder Ausflügen, gemütlichem Zusammensein und Bibelarbeiten trafen sich durchschnittlich 10 bis 15 Frauen gemischten Alters - die Teilnehmerinnen waren von Mitte 20 bis fast 80 Jahre alt. Diese große Altersspanne war nicht nur im Sauerlandkreis einzigartig. Für die Bever war es eine Bereicherung, konnten doch die verschiedenen Generationen voneinander profitieren. Bei Ausflügen oder dem traditionellen Grillen im Sommer durften auch Männer, Kinder und Freunde mit dabei sein.

Fast 9 Jahre lang leitete Annegret Escher den Frauenkreis allein. Dann kam Ruth Enners 1992 als weitere Mitarbeiterin dazu und die Treffen wurden auf zweimal monatlich aufgestockt. Schon in den Anfangsjahren hatten die Frauen in der Adventszeit zu einer großen Adventsfeier eingeladen und vorher viel gebastelt und gehandarbeitet, um den Frauen aus der Nachbarschaft mit einem Kuchenbuffet, Kaffeetrinken und einem Basar einen schönen Nachmittag zu bieten. Wechselnde Referentinnen sorgten für den geistlichen Input und Freundinnen und Frauen aus der Umgebung ließen sich gern einladen. So waren an den Adventsfeiern häufig 80 bis 100 Gäste im Gemeindehaus. Diese Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit ist bis heute die wichtigste und meistbesuchte Veranstaltung des Frauenkreises und hat vor allem missionarischen Charakter. Dies kommt auch in den Vorträgen der Referentinnen zum Ausdruck.

2001 konnte das Leitungsteam mit Britta Strohschein eine weitere Mitarbeiterin für die Frauenarbeit gewinnen. Ruth Enners schied 2002 aus der Mitarbeit aus, weil ihre Familie in einen anderen Ort umzog. Inzwischen war ein weiterer wichtiger Bestandteil der Frauenarbeit das Singen bei Alten und Kranken. Vielen älteren oder kranken Gemeindemitgliedern oder Nachbarn der Umgebung konnten die Frauen mit Liedern und kleinen Geschenken Freude bereiten. 2008 konnte der Frauenkreis sein 25- jähriges Jubiläum mit einem kleinen Fest in der Scheune auf dem Stöcken feiern. Von diesem Zeitpunkt an übernahmen Gudrun Evang und Tanja Brandt die Leitung des Kreises. Die Veranstaltungen auf der Kreisebene haben wir ebenso besucht wie die großen Jahresfrauentage auf Bundesebene. Hier haben wir immer wieder neue Impulse für unsere Arbeit im Frauenkreis bekommen. Auch die interessanten Ausflüge, bei denen auch die Partner eingeladen waren, haben unsere Gruppe in ihrem Sein bestätigt. Besonders zu erwähnen sind hier die Touren nach Kaiserswerth, in das bergische Freilichtmuseum, in den Ostergarten und in das Bibelmuseum. Nach dem Ausscheiden von Tanja Brandt Ende 2012 leiten Waltraud Ueberberg und Gudrun Evang den Frauenkreis unserer Gemeinde.

Aus der Bever nach Brasilien

von Walter und Krista Feckinghaus

und von dort in über 40 Länder der Welt.

Am letzten Sonntag des Jahres 1975 erfolgte unsere Aussendung durch die Gemeinde mit der Allianz-Mission e.V. Ein neuer Weg lag vor uns. Krista und ich warteten voller Hoffnung und Vertrauen darauf, wie unser Herr uns führen würde. Es dauerte noch fast zwei Monate, bis dass wir endlich auf dem Schiff, der Algol, in Rotterdam waren. Dann startete die Schiffsreise nach Brasilien in ein für uns noch ziemlich unbekanntes Land. Die Verabschiedung auf dem Schiff durch die Eltern und den Missionsberater Hans Flick war dann kurz und „kräftig“. Sie beteten für uns, und unsere Lieben gingen vom Schiff.

Unsre Reise bis zum Hafen von Santos dauerte fast genau vier Wochen. Am 19.03.1976 „setzten wir unsere Füsse auf brasilianischen Boden“. Marlies hatte schon sehr auf uns gewartet. Sie erleichterte mit ihrer Gegenwart und Hilfe die ersten Tage in der neuen Heimat. Nach dem Ablösen unsrer Kisten im Hafen von Santos ging es dann über São Paulo nach Curitiba. Dort erfolgte in den ersten acht Monaten unser Sprachstudium. Im Anschluss an das Sprachstudium folgte die erste Mitarbeit in einer Missionsgemeinde im Westen des Bundesstaates Paranás.
Wir erlebten Gottes Segen und seine Hilfe. Nach den ersten Monaten der Zusammenarbeit mit Ehepaar Thomas übernahmen wir anschließend den Vertretungsdienst, zunächst in Cascavel und im darauffolgenden Jahr in Ubiratã. Menschen fanden zum Glauben und die Gemeindearbeiten wuchsen. In diesen vier Jahren der Anfangsphase unseres Dienstes in Brasilien wurden auch unsre beiden Söhne, Manoel und Marcelo, geboren. In Ubiratã bekamen wir die Möglichkeit, über den Regionalradiosender jeweils am Sonntag ca. eine Stunde Gottes Wort weiterzugeben. Es war eine besondere Erfahrung. Nicht nur unsere noch kleine Gemeinde hörte die Botschaft der Liebe Jesu. Die Radiosendungen öffneten uns Türen, so dass wir in viele Häuser kamen und Kontakt zu Menschen aufbauten, die nicht zu unserer Gemeinde gehörten. Viele Besucher führte Gott in die Gemeinde, die über die Radiosendungen von Jesus Christus hörten. Einige trafen dann auch eine Entscheidung für Jesus.

An die Zeit in Ubiratã schloss sich der erste Heimataufenthalt an. Nach der erneuten Ausreise ging es erst einmal für vier Monate nach São Paulo in einen Sprachauffrischungskurs. Anschließend übernahmen wir in Campo Mourão, im Westen Paranás, eine Gemeindegründungsarbeit. Die Gemeinde war durch grosse Probleme und Nöte gegangen. Es sah so aus, als müssten die Türen dieser Arbeit geschlossen werden.

In der ersten Zeit in Campo Mourão erlebten wir menschlich einen Rückschlag nach dem anderen. Die wenigen Menschen, die zur Gemeinde kamen, wurden immer weniger. Streit und Missgunst unter den wenigen Geschwistern verhinderte ein vorwärtsgehen. Der Tod unsres Silvano, der in Campo Mourão geboren wurde, brachte uns an einen Punkt, wo wir nicht mehr weiter wussten. Es schien alles so dunkel, traurig und enttäuschend. In dieser Zeit gaben wir nicht ganz auf, weil wir spürten, dass unser Herr uns gehalten hat. Die Gebete der Gemeinde und unserer Geschwister trugen uns durch. In der Zeit der Trauer begannen wir die Menschen um uns herum und ihre Not anders wahrzunehmen. So entstand die Arbeit mit Frauen, die entbunden hatten. Viele von ihnen hatten niemanden zum Helfen, und so nahm Krista sie für einige Tage bei uns auf.

Es folgte eine heftige Frostperiode im Winter. Der darauf folgende Sommer brachte eine große Trockenheit. Viele Familien kämpften ums Überleben. Mit Hilfe der Mission und in Absprache mit der Stadtverwaltung wurde ein Gemüsegarten eingerichtet. Diese Hilfe kam 90 Familien mit insgesamt ca. 1000 Personen zugute. Über zwei Jahre hatten sie so das Notwendige zum Überleben. Anschließend fanden die Landarbeiter wieder Arbeit und somit einen festen Unterhalt. In dieser Zeit erlebten wir, wie Gott Wunder tat. Die kleine, um ihre Existenz kämpfende Gemeinde erlebte eine besondere Segenszeit. Jeden Monat kamen Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Innerhalb eines Jahres wuchs die Gruppe von sechs Gemeindegliedern auf über vierzig an.

Uns wurde eine tägliche Radiosendung über einen regionalen Sender von zehn Min. angeboten, sonntags sogar eine halbe Stunde. Über 80 Tausend Menschen erreichten wir regelmäßig über diese Sendungen. Immer wieder kamen Aussenstehende zur Gemeinde und fanden zum Glauben an Jesus Christus.

In dieser Zeit konnten wir auch eine evangelische Buchhandlung in der Stadt aufbauen. Das Gemeindehaus wurde zu klein. Mit Gottes Hilfe und der Unterstützung der deutschen Gemeinden konnte ein größeres Gemeindehaus gebaut werden, welches dazu noch an einem zentralen Platz lag.

Besondere Freude bereitete uns der Besuch des Chores „Wir singen für Jesus“ in Brasilien, den ich ein Stück begleiten konnte.

Unsere Zeit in Campo Mourão ging dann im Jahr 1989 zu Ende. Wir brachen unsre Zelte dort ab, um sie in der Stadt Pouso Alegre im Bundesstaat Minas Gerais wieder aufzubauen. Eine neue Herausforderung: Von Null anfangen. In dieser Phase übernahm ich provisorisch und bald darauf definitiv die Leitung der Mission in Brasilien. Das führte dazu, das wir nach einem kurzen Anfang der Gemeindeaufbauarbeit in Pouso Alegre erneut umzogen. Diesmal wechselten wir nach Curitiba, um von dort aus die einzelnen Missionsarbeiten zu betreuen.

Noch einmal hatten wir die Freude, den Chor „Wir singen für Jesus“ in Brasilien zu begrüßen und auf einer Konzertreise im Land zu begleiten. Besonders frohmachend bei diesem Einsatz war, dass unser Vater, Samuel zum ersten Mal mit in Brasilien dabei war und ich ihn bei den Botschaften übersetzen durfte.

Besonders dankbar sind wir auch für Gudrun Busch, die mit uns nun schon seit vielen Jahren die Arbeit der Verwaltung im Missionsbüro ausführt. Mit viel Liebe und Hingabe übernahm sie unterschiedliche Aufgaben im Gemeindeaufbau und der Begleitung von Menschen.

Neben der Landesleitung der Mission starteten wir in Curitiba mit einer christlichen Verlagsarbeit. Aus den Arbeiten der verschiedenen Buchhandlungen, die wir im Land hatten, war diese hervorgegangen. Unsere Buchhandlungen waren inzwischen an Brasilianer abgegeben worden.

Dies war eine große Herausforderung und neben den anderen Arbeiten ein neues Missionsfeld.

Die Mitarbeiter des Verlages
Die Mitarbeiter des Verlages

Neben den Arbeitshilfen wie der Übersetzung des Buches der „1000 biblischen Entwürfe“, begannen wir mit der Übersetzung der Kommentarreihe der Wuppertaler Studienbibel NT und anderer Werke, die nicht nur in Brasilien, sondern in allen portg. sprechenden Ländern angeboten werden. Über die Bücher und Angebote von Seminaren der „Natürlichen Gemeindeentwicklung“ (von Christian Schwarz) haben wir heute Kontakte in über 3.000 der verschiedensten Kirchen und Gemeinden.

Eine besondere Situation ergab sich im Jahr 2009: In Zusammenarbeit mit der brasilianischen Bibelgesellschaft konnte die „Bibel des Verkündigers“ herausgegeben werden. In diese Bibel wurden zusätzlich zum normalen Bibeltext ca. 2000 Bibelarbeitsentwürfe entsprechend ihrer Themen eingearbeitet. Somit erhalten Laienprediger, leitende Mitarbeiter und Pastoren, die keine theologische Ausbildung absolvieren konnten, eine Arbeitshilfe. Innerhalb von vier Jahren konnten über 280 Tausend Exemplare gedruckt werden. Sie wird in allen portugiesisch sprechenden Ländern vertrieben. Darüber hinaus konnte in 2012 die erste Ausgabe in spanischer und im Jahr 2013 in englischer Sprache veröffentlicht werden. Bei diesen Veröffentlichungen übersetzen wir, d. h. unsere Übersetzer, die Texte der Bibelarbeitsentwürfe in die jeweiligen Sprachen, die Bibelgesellschaft gibt dann den entsprechenden Bibeltext dazu. In Bearbeitung ist im Moment die Übersetzung in die französische Sprache. Der Brockhaus Verlag bereitet die Ausgabe in deutsch vor.

Wir sind voll Dankbarkeit und Staunen über das, was unser Herr aus den kleinen und unscheinbaren Anfängen gemacht hat. Mittlerweile ist die „Bibel des Verkündigers“ in mehr als 40 Ländern verbreitet und dient als besonderes Werkzeug für die Verbreitung des Evangeliums.

Für alle Möglichkeiten, die uns unser Herr in den Jahren geschenkt hat, sind wir dankbar und möchten ihm von ganzem Herzen weiter dienen.

Das Kids-Camp

von Sven Goerke

auf dem Schwelmersiepen

2002 startete das Kids Camp auf dem Schwelmersiepen. Veranstalter des Kids Camps war und ist auch heute noch „Wort des Lebens“. Mit ca. 70 Kindern fand das erste Camp statt.
Nun blicken wir schon auf 11 gesegnete Jahre Kids Camp zurück.

Ca. 1500 Kinder haben die Freizeiten besucht und viele dieser Kinder haben auf den Freizeiten das erste Mal von Jesus gehört und manche haben sich für ein Leben mit Jesus entschieden. Die Kinder kommen überwiegend aus ganz Deutschland, aber auch aus Spanien, der Schweiz oder Rumänien.

Seit einigen Jahren werden zwei Freizeiten angeboten, das Festival und das „normale“ Kids Camp.

Festival heißt, dass Kinder die Möglichkeit haben in ganz verschiedenen Bereichen wie z.B. Chor, Schauspiel, das Bauen von Bühnenelementen, das Nähen von Kostümen, Tontechnik, das Schreiben eines Zeitungsartikels oder beim Drehen eines Filmes kreativ zu werden oder ihre Begabung zu entdecken.

Parallel zum Festival läuft seit ein paar Jahren das Fussballcamp, welches alle fussballbegeisterten Kinder auf den Schwelmersiepen zieht. Wir haben die Möglichkeit, in Wipperfürth/Kreuzberg den Fussballplatz des ortsansässigen Vereins zu nutzen, wofür wir sehr dankbar sind. Dort können sich die Kinder so richtig austoben und auch Kinder aus dem Ort dürfen an den Trainingseinheiten teilnehmen. Die Trainer kamen oft von der christlichen Organisation „SRS – Sportler ruft Sportler“, auch dafür sind und waren wir sehr dankbar. Ohne fähige Mitarbeiter wäre das ganze nicht möglich.

Kids Camp läuft natürlich nicht ohne jede Menge Mitarbeiter. Viele Mitarbeiter kommen aus der FeG Bever. Schon als Teilnehmer haben sie die Freizeiten besucht und bringen sich nun als Mitarbeiter ein.

Wir danken Gott für die großartige Möglichkeit durch die Freizeiten Jesus den Kindern nahe zu bringen.

Danke

Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103,2

Zur Erinnerung und gegen das Vergessen ist diese Festschrift zusammengestellt worden.

Es begann nicht in dem Zentrum einer Stadt, eines Dorfes oder Ortschaft, sondern in einer Ansammlung von vier Bauernhäusern. Das was dort vor einhundertfünfzig Jahren als kleiner Hauskreis begann, hat nicht nur die lange Zeit überdauert, sondern ist stetig lebendig geblieben und gewachsen. Das muss einen besonderen Grund haben, der jedenfalls nicht mit der geografischen Lage zu erklären ist.

Bei der Zusammenstellung der Beiträge und meinem eigenen Rückblick auf immerhin fast achtzig Jahre glaube ich, zwei Gründe dafür gefunden zu haben:

  • Der erste und hauptsächliche Grund ist der, dass Gott diese Gemeinde gewollt und erhalten hat.
  • Der zweite, der ohne den ersten gar nicht möglich gewesen wäre ist der, dass in allen Generationen Menschen sich ganz für den Dienst an dieser Gemeinde eingesetzt haben. Sie haben die jeweiligen Zeitumstände und ihre Möglichkeiten genutzt, um Gemeinde zu bauen.

Und mit Gottes Hilfe blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft.

Danken möchte ich allen, die einen Beitrag zu dieser Festschrift geschrieben und Fotos zu Verfügung gestellt haben.

Unser größter Dank aber gilt unserem Vater im Himmel, dem Herrn dieser Gemeinde.

Im Februar 2014
Ernst August Eicker